"Es war ein riesiger Flop": Dieser Western hätte fast die Karriere von Matt Damon zerstört
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 33 Jahren wurde Matt Damon nahegelegt, neben zwei Oscar-Legenden in einem Western mitzuspielen. Doch statt des erhofften Durchbruchs lag seine Karriere erst einmal für drei Jahre brach...

Matt Damon hat eine der beständigsten Karrieren Hollywoods. Es ist fast drei Jahrzehnte her, dass er dank „Good Will Hunting“ (für dessen Drehbuch er einen Oscar erhielt) seinen großen Durchbruch feierte. Wenige Jahre später schlüpfte er erstmals in seine Paraderolle des Agenten Jason Bourne, er gehörte zum Ensemble der „Ocean's“-Reihe, und wie nur wenigen anderen gelingt Damon bis heute der Spagat zwischen kleinen, mitunter riskanten Herzensprojekten und Blockbustern wie „Der Marsianer“. Ab dem 16. Juli ist er als Hauptdarsteller von Christopher Nolans heiß erwartetem Fantasy-Epos „Die Odyssee“ auf der Leinwand zu sehen. Doch wie nahm Damons Schauspiel-Laufbahn eigentlich ihren Anfang?

Zum ersten Mal vor der Kamera stand er Ende der 1980er Jahre für die Julia-Roberts-Romanze „Pizza Pizza – Ein Stück vom Himmel“ (mehr dazu in diesem Artikel), bevor er – übrigens an der Seite seines Freundes und langjährigen künstlerischen Partners Ben Affleck – eine Komparsenrolle im Kevin-Costner-Sportfilm „Feld der Träume“ hatte. 1992 führte er dann gemeinsam mit Brendan Fraser und Chris O'Donnell die Besetzung des Internatsdramas „Der Außenseiter“ an.

Ziemlich in Vergessenheit geraten ist allerdings die Tatsache, dass Damons Aufstieg nur ein Jahr später erstmal einen empfindlichen Dämpfer bekam. Denn 1993 spielte er an der Seite der oscarprämierten Schauspiel-Giganten Gene Hackman und Robert Duvall im neuen Western eines legendären Action-Regisseurs mit: „Geronimo – Eine Legende“, den ihr zurzeit im Abo von Netflix streamen könnt. Doch statt des erhofften Kassenschlagers wurde der Film zum gewaltigen Reinfall...

Geronimo
Geronimo
Starttermin 16. Juni 1994 | 1 Std. 55 Min.
Von Walter Hill
Mit Wes Studi, Matt Damon, Gene Hackman
Pressekritiken
3,4
User-Wertung
3,3
Filmstarts
2,5
Im Stream

Im Mittelpunkt des von Walter Hill („Die Warriors“) inszenierten Kavallerie-Westerns steht der blutige Konflikt zwischen der US-Armee und dem Apachen-Anführer Geronimo (Wes Studi), der sich der Zwangsumsiedlung in ein Reservat widersetzt. Die Handlung wird aus der Sicht des jungen Leutnants Britton Davis (Damon) erzählt, der unter dem Kommando des erfahrenen Brigadegenerals George Crook (Hackman) und des aufrechten Leutnants Charles Gatewood (Jason Patric) dient.

Nachdem Geronimo mit einer Gruppe von Kriegern in die Berge flieht, beginnt eine Verfolgungsjagd durch das Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko. Während die Armee immer verbissener nach den Geflohenen sucht, geraten Davis und Gatewood in einen Gewissenskonflikt zwischen ihren Befehlen und wachsendem Verständnis für Geronimos Widerstand...

"Geronimo" sollte Matt Damon den Durchbruch bringen

Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt“) und Clint Eastwood („Erbarmungslos“) hatten dem totgesagten Western-Genre Anfang der 1990er-Jahre wieder Aufwind beschert. Trotzdem ging „Geronimo – Eine Legende“ an den Kinokassen baden: Bei einem Budget von 35 Millionen US-Dollar spielte er weltweit lediglich rund 18,6 Millionen Dollar ein. Die Kritiken fielen ebenfalls durchwachsen aus.

Damon gab auf Anraten seines Umfeldes damals sogar sein Jurastudium auf, um eine größere Rolle in „Geronimo“ übernehmen und sich auch darüber hinaus ganz auf die Schauspielerei konzentrieren zu können. Zumindest für einen kurzen Moment deutete für den „Der Soldat James Ryan“-Star alles darauf hin, dass diese Entscheidung ein großer Fehler war. In einem Interview gab er zu Protokoll (via Far Out Magazine):

„Alle sagten mir, dass ‚Geronimo‘ ein riesiger, riesiger Hit werden würde und dass es das Beste für meine Karriere sei, in Los Angeles zu bleiben und weiter zu Vorsprechen zu gehen, weil alles explodieren würde, sobald der Film startet. Dann war er ein riesiger Flop. Und plötzlich saß ich in L.A. fest – ohne Geld.“

Tatsächlich dauerte es drei Jahre, bis Damon wieder zurück in die Erfolgsspur fand – mit einem Kriegsfilm, den er als seine womöglich härteste Rolle überhaupt bezeichnete. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Die schwierigste Rolle, die ich je hatte": Matt Damon ging für diesen Kriegsthriller gnadenlos an seine Grenzen
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