Der Ruf des deutschen Kinos ist seit langer Zeit ziemlich angeschlagen. Immer wieder lese ich, dass Menschen einen großen Bogen um bestimmte Filme machen, nur weil sie in Deutschland produziert wurden. Dabei hat die hiesige Kino-Landschaft weit mehr zu bieten, als viele ihr zugestehen wollen – allein in diesem Jahr sind gleich mehrere deutsche Filme erschienen, die ich ganz hervorragend fand: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, „Etwas ganz Besonderes“, „Meine Frau weint“, „Everytime“, „Funeral Casino Blues“. Und dann ist da natürlich noch die äußerst reiche deutsche Filmgeschichte, um die es auch in diesem Artikel gehen soll: Welcher deutsche Film ist laut den Bewertungen der FILMSTARTS-Community die absolute Nummer eins – und welche anderen Werke sollte man unbedingt gesehen haben?
Das sind die 10 besten deutschen Filme aller Zeiten:
- "Das Boot" – 4,442 von 5 Sternen
- "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" – 4,347 von 5 Sternen
- "Metropolis" – 4,332 von 5 Sternen
- "Gegen die Wand" – 4,328 von 5 Sternen
- "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" – 4,256 von 5 Sternen
- "Das Leben der Anderen" – 4,252 von 5 Sternen
- "Der Untergang" – 4,227 von 5 Sternen
- "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" – 4,183 von 5 Sternen
- "Die Feuerzangenbowle" – 4,182 von 5 Sterne
- "Victoria" – 4,177 von 5 Sternen
Auf dem ersten Platz steht mit „Das Boot“ der Film, der für Wolfgang Petersen („Troja“, „Air Force One“) gemeinsam mit dem Fantasy-Hit „Die unendliche Geschichte“ die Eintrittskarte nach Hollywood bedeutete: Das Zweiter-Weltkriegs-Epos mit Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer wurde – ähnlich wie zuletzt auch „Im Westen nichts Neues“ – für mehrere Oscars nominiert (darunter Beste Regie und Beste Kamera) und erhielt in unserer offiziellen FILMSTARTS-Kritik die seltene Höchstwertung von 5 von 5 Sternen. Später wurde die gleichnamige Romanvorlage von Lothar-Günther Buchheim noch zu einer erfolgreichen TV-Serie.
Während „Das Boot“ bei uns als einer der wenigen Filme bezeichnet wird, der sich das Prädikat „Antikriegsfilm“ wirklich verdient hat, löste er seinerzeit auch manche Diskussion aus – schließlich verzichtet der komplett aus der Sicht von deutschen Soldaten erzählte Film fast vollständig auf eine politische Einordnung.
Das hat er mit „Der Untergang“ (Platz 7) gemein, der versuchte, dem von Bruno Ganz verkörperten Adolf Hitler menschliche Seiten abzuringen. Ihr zeigt euch von dem oscarnominierten (Bester fremdsprachiger Film) Kassenerfolg ähnlich begeistert wie unsere 4,5-Sterne-Kritik, die in ihm nicht nur ein „wichtiges“, sondern auch „eiskaltes“ Werk sieht, das keinerlei Mitleid mit den Charakteren aufkommen lasse.
„Das Leben der Anderen“ widmet sich einem anderen Kapitel der deutschen Geschichte: Ulrich Mühe spielt hier fünf Jahre vor dem Ende der DDR den Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler, der auf ein Künstler-Paar angesetzt wird – und beginnt, an seiner Aufgabe zu zweifeln. Der Historien-Thriller von Florian Henckel von Donnersmarck (der bisher nicht an diesen Erfolg anknüpfen konnte) erhielt den Oscar als Bester fremdsprachiger Film sowie mehrere Deutsche Filmpreise – und den sechsten Platz in unserem Ranking.
Auf Platz 2 und 3 stehen gleich zwei Klassiker von Fritz Lang. Bevor er 1933 in die USA emigrierte, drehte der Regisseur mehrere der prägendsten und wichtigsten Werke der deutschen Filmgeschichte: darunter das expressionistische Mammutwerk „Dr. Mabuse, der Spieler“ und die nicht minder beeindruckende Fortsetzung, vor allem aber den bis heute erschütternden Kriminalfilm „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) sowie „Metropolis“ (1927), der eine Zweiklassengesellschaft in einer futuristischen Großstadt schildert – und unsere Vorstellung von der Zukunft nachhaltig mitgeformt hat. Genre-Meilensteine wie „Blade Runner“ hätten ohne die Vorarbeit von Fritz Lang vermutlich anders ausgesehen.
Ein weiteres Stummfilm-Meisterwerk steht auf Platz 5: „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“. Friedrich Wilhelm Murnau hat die so unheimliche wie wunderschöne Dracula-Variante 1922 gedreht – doch auch über 100 Jahre später hat der Film nichts von seiner Wirkmacht eingebüßt. 1979 interpretierte Werner Herzog den Stoff neu, diesmal mit Klaus Kinski statt Max Schreck in der Titelrolle. 2025 kam eine von Robert Eggers inszenierte englischsprachige Version in die Kinos.
Mit Fatih Akins kraftvollem Liebesfilm „Gegen die Wand“ (2004), „Victoria“ (2015), Sebastian Schippers gänzlich ohne Schnitte inszenierten Trip durchs nächtliche Berlin, oder der bereits eingangs erwähnten Literaturverfilmung „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (2026) finden sich auch jüngere Vertreter des deutschen Kinos in der Liste wieder.
Auf Platz 9 hingegen steht ein Film, der für viele zum alljährlichen Advents-Ritual dazugehört wie Weihnachtsmarkt und Pfefferkuchen, obwohl er noch mitten im Nationalsozialismus entstanden ist und durchaus ideologischen Subtext aufweist: die Schulkomödie „Die Feuerzangenbowle“, 1944 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle gedreht.
Abschließend noch ein paar Worte zur Liste: FILMSTARTS ist die mit Abstand reichweitenstärkste deutschsprachige Seite zum Thema Filme und Serien. Die obige Liste basiert auf den Wertungen unserer Community, die zahlreiche Film- und Serienfans umfasst, und darf daher durchaus als repräsentativ für das deutsche Publikum betrachtet werden.
Alle User und Userinnen können wie bei den Kritiken der FILMSTARTS-Redaktion Wertungen zwischen 0,5 (mies) und 5 Sternen (Meisterwerk) vergeben. Die Durchschnittswertungen sind auf die dritte Nachkommastelle aufgerundet.
Wenn ihr übrigens wissen wollt, durch welches deutsche Meisterwerk sich Quentin Tarantino regelrecht gequält hat, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:
Quentin Tarantino quälte sich durch einen der besten deutschen Filme aller Zeiten: "Ich habe es gerade so bis zum Abspann geschafft"Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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