Hollywood trauert um eines der prägendsten Gesichter der Film- und Fernsehgeschichte der vergangenen Jahrzehnte. Der US-Schauspieler Tom Skerritt ist am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, im Alter von 93 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Das bestätigte seine Familie in einer Erklärung. Skerritt hinterlässt seine Ehefrau Julie Tokashiki und vier Kinder.
Tom Skerritt wurde am 25. August 1933 in Detroit geboren. Nach seinem Dienst bei der US Air Force studierte er unter anderem an der University of California in Los Angeles. Zunächst interessierte er sich eigentlich vor allem für die Arbeit hinter der Kamera und wollte Regie führen. Doch nachdem er an der Uni erste Theaterrollen übernommen hatte, fing er an, so sehr für die Schauspielerei zu brennen, dass er das Studium ohne Abschluss abbrach, um diese Karriere zu verfolgen.
Von "M*A*S*H" über "Alien" bis "Top Gun": Die Karriere von Tom Skerritt
Sein Kinodebüt gab Skerritt 1962 im Kriegsdrama „Hinter feindlichen Linien“, in dem auch Robert Redford und Sydney Pollack zu sehen waren. Der große Durchbruch gelang ihm acht Jahre später mit Robert Altmans Antikriegs-Satire „M*A*S*H“, in der er an der Seite von Donald Sutherland und Elliott Gould den Militärarzt Duke Forrest verkörperte. Im Laufe der 1970er-Jahre folgten Auftritte in Filmen wie „Harold und Maude“, „Am Wendepunkt“ und „Viel Rauch um nichts“, ehe er eine seiner bis heute bekanntesten Rollen übernahm. In Ridley Scotts Science-Fiction-Horror-Meisterwerk „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ spielte er Dallas, den Captain des Raumfrachters Nostromo. Skerritt war damals sogar der zuerst genannte Darsteller im Vorspann und stand somit noch vor Sigourney Weaver, deren Ellen Ripley sich im Laufe des Films als eigentliche Hauptfigur herausstellen sollte.
Sieben Jahre später folgte mit „Top Gun“ der nächste gewaltige Kinohit. In Tony Scotts Action-Klassiker verkörperte Skerritt Commander Mike „Viper“ Metcalf, der als erfahrener Ausbilder dem von Tom Cruise gespielten Piloten Maverick und dessen Kollegen einiges beibrachte. Gerade solche Autoritäts- und Mentorenfiguren wurden im Laufe seiner Karriere zu einer Art Markenzeichen des Schauspielers.
Doch Skerritt war keineswegs auf solche Figuren festgelegt. Seine vielfältige Karriere umfasste unter anderem noch die Figur von Brad Pitts Vater in Robert Redfords Drama „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“, die er als seine Lieblingsrolle bezeichnete. Weitere prominente Parts hatte er unter anderem in „Magnolien aus Stahl“, dem Science-Fiction-Film „Contact“ und der Komödie „Ted“, in der er sich selbst verkörperte. Auch Genrefans dürften ihn aus Produktionen wie „Dead Zone“, „SpaceCamp“ oder „Poltergeist III“ kennen.
Auch im Fernsehen ein Star: Für "Picket Fences" gab es einen Emmy
Neben seiner umfangreichen Kinokarriere war Tom Skerritt regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Schon zu Beginn seiner Karriere und vor seinem Durchbruch absolvierte er in den 1960er- und zu Beginn der 1970er-Jahren zahlreiche Gastauftritte in erfolgreichen US-Serien wie „Am Fuß der blauen Berge“, „Bonanza“, „Auf der Flucht“ oder „Rauchende Colts“.
Seine wichtigste Fernsehrolle übernahm er schließlich 1992 in der von David E. Kelley entwickelten Serie „Picket Fences – Tatort Gartenzaun“. Darin spielte er vier Staffeln lang Sheriff Jimmy Brock, der in einer amerikanischen Kleinstadt immer wieder mit außergewöhnlichen Kriminalfällen und den Eigenheiten ihrer Bewohner konfrontiert wurde. Für seine Darstellung wurde Skerritt zweimal für einen Emmy nominiert. 1993 gewann er die begehrte Auszeichnung als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie. Anschließend war er unter anderem in „The West Wing“, „Brothers & Sisters“, „Leverage“ und „Good Wife“ zu sehen.
Tom Skerritt stand bis ins hohe Alter vor der Kamera und wirkte so über mehr als sechs Jahrzehnte hinweg in weit über 150 Film- und Fernsehproduktionen mit. In einer seiner letzten Rollen spielte er im Survival-Drama „East Of The Mountains – Die letzte Jagd“ (siehe unser Artikelbild) sogar noch einmal die Hauptrolle. Meist gehörte Skerritt jedoch zu jenen Schauspielern, die nicht unbedingt im Mittelpunkt einer Geschichte standen und dennoch immer einen bleibenden Eindruck hinterließen. Das machte ihn zu einem der markantesten Charakterdarsteller der vergangenen Jahrzehnte.