Hollywood-Größe Cary Grant war ein Ausnahmeschauspieler: Mit gesunder Selbstironie, weltmännischer Ausstrahlung und einem unverkennbaren, rhythmischen Sprachduktus eroberte die Herzen des Publikums – sowohl in fesselnden Thrillern als auch in brüllend komischen Komödien! Dieser mühelose Wechsel zwischen den Genres war zweifelsfrei einer der Gründe, weshalb Grant drei Jahrzehnte lang Teil der Speerspitze der US-Filmindustrie darstellte.
1999 ernannte ihn das American Film Institute daher zum zweitgrößten männlichen Star der Hollywood-Historie. Nun könnt ihr euch eine geballte Dosis Grant-Grandeur ins Haus holen: Diese Woche ist „Die große Cary Grant Edition“ auf DVD und Blu-ray erschienen – mit sieben zeitlos-vergnüglichen Klassikern des talentierten Superstars!
Bei der Blu-ray-Variante kommen somit über 12 Stunden Filmvergnügen auf sieben Discs zusammen. Die DVD-Edition bringt es derweil bloß auf etwas mehr als zehn Stunden, da Filme auf DVDs etwas schneller abgespielt werden als im Kino und auf Blu-rays, die das ursprünglich intendierte Tempo beibehalten.
"Die große Cary Grant Edition": Diese Filme erwarten euch im Set!
Das Kronjuwel in dieser Highlight-Box aus dem Hause Filmjuwelen ist „Leoparden küsst man nicht“: Der zügellos-rasante, irrwitzige Film des von Quentin Tarantino und Martin Scorsese verehrten Regisseurs Howard Hawks wurde vom prestigeträchtigen Filmmagazin Sight & Sound zu einem der besten Filme der Kinogeschichte ernannt. Ein Urteil, dem der Verfasser dieses Artikels mit feurigem Eifer zustimmen würde: „Leoparden küsst man nicht“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme – und für mich einer der Spitzenanwärter auf den Titel „Der lustigste Film aller Zeiten“!
Im mit halsbrecherischem Tempo erzählten Mix aus schierem Chaos, Romantik, kaum kaschierter sexueller Lust und queerem Subtext, der bloß gerade so Subtext bleibt, spielt Grant einen zerstreuten und verklemmten Paläontologen. Spitzenschauspielerin Katherine Hepburn wiederum gibt einen temperamentvollen Wildfang von Frau, der sich nicht von Kleinigkeiten wie Logik herumkommandieren lässt, einen Leoparden als Haustier hält und den Paläontologen dauernd in Trubel reinzieht. Mehr über dieses Meisterwerk erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Streaming-Tipp: Ein durchgedrehtes Meisterwerk, bei dem ihr euch kringelig lachen werdet – Filmfans müssen diesen Klassiker gesehen haben!„Leoparden küsst man nicht“ ist zwar das wilde Glanzlicht in der Box, doch auch die anderen sechs Filme sollte man unbedingt gesehen haben, wenn man Sympathie für vergangene Hollywood-Zeiten, fesche Komödien und/oder galantes Schauspiel mit einem Spritzer Ironie aufbringt! So ist „Unternehmen Petticoat“ eine ulkig eskalierende Kriegskomödie von „Der rosarote Panther“-Macher Blake Edwards, in der Grant an der Seite von „Manche mögen's heiß“-Star Tony Curtis brilliert.
In „Vor Hausfreuden wird gewarnt“ von „Singin’ in the Rain“-Regisseur Stanley Donen entfaltet sich wiederum frivoles Finanz- und Liebeschaos vor der prunkvollen Kulisse des finanziell allmählich ausblutenden, englischen Landadels. Eines der einprägsamsten Bilder dieses Komödienklassikers, in dem die sechsfach für den Oscar nominierte Deborah Kerr sowie Western- und Film-noir-Größe Robert Mitchum mitspielen? „Spartacus“-Mimin Jean Simmons, die lasziv-albern pinken Gin in sich herein kippt – und besser als mit diesem fruchtig-beerigen, trockenen Alkohol könnte man den Humor von „Vor Hausfreuden wird gewarnt“ kaum zusammenfassen!
In der ebenfalls von Donen inszenierten Romantikkomödie „Indiskret“ gibt Grant an der Seite der Schauspielsensation Ingrid Bergman einen Diplomaten, der sich in eine reiche und selbstbewusste Schauspielerin verliebt. Zwischen ihnen und ihrem Liebesglück stehen jedoch Egos, Geheimnisse und moralische Entrüstungen, was Donen mit viel Witz, glamourös inszenierter Sehnsucht und amüsanten visuellen Spielereien umsetzt.
In „Ein Hauch von Nerz“ finden derweil unter der Regie von „Begierde unter Ulmen“-Macher Delbert Mann Grant und Doris Day zusammen: Die Erfolgsschauspielerin spielt in der koketten Komödie eine Arbeitslose, die vom Protzauto eines schwerreichen Geschäftsmanns vollgespritzt wird. Als der gut betuchte Rowdy sich zu entschuldigen versucht, ist ein Nerzmantel nicht genug: Es winkt ein Trip auf die Bermudas! Unter paradiesischer Sonne bekommt die Glückliche es jedoch mit der Angst zu tun: Was werden die Leute nur denken?!
Übrigens, falls diese Komödie einen Nerv bei euch trifft: Noch mehr flauschigen Doris-Day-Spaß gibt es im folgenden Heimkino-Tipp!
Während das Grant-und-Day-Vehikel leichtfüßig zwischen Farce, Frivolität und Familenfreundlichkeit tänzelt, sticht „Der große Wolf ruft“ durch eine Prise Abenteuerflair hervor: Im Film des „Lilien auf dem Felde“-Regisseurs Ralph Nelson dient Grant als ehemaliger Geschichtsprofessor der Navy als Funker auf einer einsamen Insel. Als er feststellt, dass auf der Nachbarinsel eine Gruppe Französinnen (u.a.: „Ein Amerikaner in Paris“-Hauptdarstellerin Leslie Caron) festsitzt, lädt er sie zu sich ein. Es entbrennt ein scharfzüngig-romantisches Duell der Dickschädel, das an „African Queen“ erinnert und den Oscar fürs beste Originaldrehbuch einheimste – und das, obwohl eine Kurzgeschichte als Vorlage diente. Hupps!
Auch „Akkorde der Liebe“ sorgt für Genreabwechslung in der Cary-Grant-Box. Denn obwohl der von George Stevens inszenierte Film selbstredend von Grants Gespür für Situationskomik Gebrauch macht, ist dies in erster Linie ein zärtliches Liebesdrama. Erzählt werden die Höhen und Tiefen einer spontan geschlossenen Ehe – außerdem sind Stilwandel in der Mainstreammusik Thema, genauso wie die erstaunliche Verlässlichkeit, mit der uns vermeintlich simple Lieder mitten ins Herz treffen.
Grant bezeichnete laut American Film Institute seine Schauspielleistung in diesem Melodram als die beste seiner Karriere. Die auch für „Kampf in den Wolken“ bekannte „Akkorde der Liebe“-Hauptdarstellerin Irene Dunne war ebenfalls sehr vom Projekt angetan und beschrieb ihn als ihren persönlichen Favoriten unter all ihren Filmen (via PBS).
Sollte euch „Akkorde der Liebe“ nach all den hervorragenden Komödien in der neuen Cary-Grant-Box noch nicht genug geerdet haben: Bleibt doch Regisseur George Stevens treu und schaut einen weiteren Film von ihm, der einen längeren Handlungszeitraum abdeckt. Hinzu kommen die finale Performance einer Stil- und Schauspielikone, Westernflair und atemberaubende Bilder. Folgt einfach unserem Streaming-Tipp:
Streaming-Tipp: Dieses bildgewaltige 200-Minuten-Epos ist der unvergessliche Abschied von einer Schauspielikone*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.