Manche Filmfans denken bei Charles Bronson zuerst an „Ein Mann sieht rot“ und andere Selbstjustiz-Thriller, andere assoziieren ihn primär mit seinen Western-Rollen – sei es beispielsweise „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Die glorreichen Sieben“.
Nun können sich Bronson-Fans erstmals einen Film, der beide beliebte Seiten Bronsons unter einen Hut bringt, auf Blu-ray ins Regal stellen: Diese Woche wurde „Gesetz des Westens“ erstmals auf Blu-ray veröffentlicht:
Wer etwas tiefer in die Tasche greifen kann und auf Sonderverpackungen Wert legt, hat zudem die Wahl zwischen zwei limitierten Sondereditionen: Mediabook A* und Mediabook B* sind matt kaschiert und auf jeweils 500 Exemplare limitiert. Sie enthalten „Gesetz des Westens“ sowohl auf Blu-ray als auch DVD und umfassen darüber hinaus ein 24-seitiges Booklet.
Darum geht es in "Gesetz des Westens"
Kalig Talbot (Lee Marvin) ist ein schurkischer Revolverheld, wie er im Buche steht – in seiner Jugend hat er sogar seinen eigenen Stiefvater erschossen. Zudem verfolgt er einen perfiden Plan: Weil er seinen Halbbruder Harge (Charles Bronson) für den Tod ihrer gemeinsamen Mutter verantwortlich macht, plant der Outlaw, ihn ebenfalls auf die schiefe Bahn zu locken und ihn eines Tages ins sprichwörtliche offene Messer laufen zu lassen.
Als die Gebrüder einen Richter (Lee J. Cobb) entführen, scheint der Plan aufzugehen und der naive Harge in eine Falle zu tappen. Oder wird Harge dem Vorhaben noch rechtzeitig auf die Schliche kommen..?
Eine zusammengesetzte Western-Kuriosität
„Gesetz des Westens“ dürfte ein Film sein, der selbst vielen eingefleischten Bronson-Fans kein Begriff ist. Dass er zeitweise auch unter dem Titel „Der gefährlichste Mann des Westens“ vermarktet wurde, dürfte auch eher weiter Verwirrung stiften, statt diesem Film zu mehr Prominenz zu verhelfen. Derweil könnten Fans einer weltberühmten Western-Serie mehrere Déjà-vus beim Anblick von „Gesetz des Westens“ erleben.
Denn der Film wurde, unter Rückgriff auf weiteres Archivmaterial, aus zwei Episoden der Hit-Serie „Die Leute von der Shiloh Ranch“ zusammengeschnitten! „Gesetz des Westens“ reiht die beiden Episoden aber nicht etwa aneinander, sondern ist quasi eine Collage, bei der aus den beiden Folgen neuer Sinn zusammengesetzt wird. Falls ihr die zwei Folgen in ihrer eigentlichen Form sehen möchtet:
Zurückgegriffen wurde auf die Folge „Hunderttausend Dollar Lösegeld“ aus Staffel eins* und auf „Das sollst Du mir büßen“ aus Staffel sechs*. Und „Gesetz des Westens“ ist kein filmischer Einzelfall! Ersonnen wurde die Idee, „Die Leute von der Shiloh Ranch“-Folgen zu neuen Filmen zusammenzusetzen, vom damaligen Universal-Pictures-Vize Harry Tatelman, der außerdem die Studioabteilung überwachte, die sonst dafür zuständig war, Serienepisoden gemäß TV-Zensurauflagen zu kürzen.
Tatelmans Vorhaben, mit einer kreativeren Betätigung im Schneideraum eine weitere Einnahmequelle zu generieren, war nicht von Erfolg gekrönt: Aufgrund zahlreicher Kontinuitätsfehler und holpriger Erzählweise fanden die Frankensteinfilme von der Shiloh Ranch kaum Anklang, sodass das Experiment alsbald wieder aufgegeben wurde.
Falls ihr Bronson in einem stärkeren, dennoch ebenfalls recht unbekannten Western sehen möchtet, hätten wir aber einen von Quentin Tarantino gefeierten Heimkino-Tipp für euch:
Tarantinos Western-Geheimtipp feiert Heimkino-Rückkehr: So habt ihr Action-Legende Charles Bronson noch nie gesehen*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.