Ein Muss für Fans von "Fluch der Karibik": Endlich feiert dieses legendäre Abenteuer-Spektakel seine lang erwartete Premiere auf Blu-ray
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Hisst die Flaggen und trinkt aus Piraten, Yo-Ho: Sidney liebt das „Pirates Of The Caribbean“-Franchise! Dabei wird er nicht müde, Leute daran zu erinnern, dass die Welt von „Fluch der Karibik“ mehr zu bieten hat als ihren kultig-torkelnden Publikumsliebling.

Er gehört zu den filmischen Vorfahren von „Fluch der Karibik“: Der Abenteuer-Klassiker „Der Herr der sieben Meere“ ist dank einer opulenten Ausstattung und stylischer Action ganz großes Piratenkino – jetzt erscheint er endlich auf Blu-ray!

Für diesen Film wurden zwei Schiffe gebaut, ein Studiogebäude aus dem Boden gestampft und ein riesiger Wassertank errichtet: „Der Herr der sieben Meere“ ist ein Abenteuer-Spektakel, das sich allein schon durch diesen Aufwand einen Ehrenplatz in der Geschichte des Piraten-Genres verdient hat.

Obendrein besticht der Klassiker mit sensationeller Filmmusik, Errol Flynn in einer seiner ernsteren Actionrollen und einer ebenso spannenden wie politisch aufgeladenen Geschichte. Am 24. Juli 2025 erscheint „Der Herr der sieben Meere“ erstmals in Deutschland auf Blu-ray – ein Muss nicht nur, aber insbesondere für Fans von „Fluch der Karibik“!

Die Blu-ray-Premiere erfolgt als Limited Edition Digipak, das „Der Herr der sieben Meere“ zusätzlich auf DVD enthält. Das Set umfasst zudem ein 50-seitiges (!) Booklet mit Hintergrundinformationen, darüber hinaus sind Extras wie ein Making Of angekündigt. Des Weiteren befindet sich der Abenteuerklassiker in zwei Filmfassungen auf den Scheiben!

"Der Herr der sieben Meere": Freibeuter im Dienste Ihrer Majestät

1586: Die von König Philipp II. (Montagu Love) befehligte spanische Flotte hat sich die Vorherrschaft über die Weltmeere erkämpft. Doch eine Seemacht lässt sich nicht unterkriegen: Unter Königin Elizabeth I. (Flora Robson) leistet die englische Marine verbissen Widerstand – sie tut sich sogar mit Seeräubern zusammen, um Spanien zu bezwingen.

Einer der tatkräftigsten Freibeuter im Dienste der Königin ist Geoffrey Thorpe (Errol Flynn), der tollkühne Kapitän des Seefalken! Nun gibt ihm die Königin den Auftrag, einen Goldtransport im Panamakanal zu überfallen, um damit die Schatzkammern Englands zu bereichern und die Ressourcen der ruchlosen Spanier zu schmälern. Doch ein Verräter bringt das Vorhaben in Gefahr...

Freibeuterische Megalomanie

Regisseur Michael Curtiz, der bald darauf das Meisterwerk „Casablanca“ inszenieren sollte, nutzte diesen Stoff, um richtig zu klotzen: „Der Herr der sieben Meere“ war seine bereits zehnte Zusammenarbeit mit Superstar Errol Flynn, der sich etwa mit Curtiz' „Unter Piratenflagge“ und „Robin Hood - König der Vagabunden“ einen Platz im Abenteuerfilm-Olymp sicherte. Daher war es leicht, dem Studio diese erneute Kollaboration als sicheren Hit zu verkaufen. Das gestattete eine Materialschlacht:

Um eine spektakuläre Seeschlacht komplett nach seinen Wünschen drehen zu können, ließ das Filmteam zwei Segelschiffe nach Maß anfertigen – ein 50 Meter und ein 41 Meter großes. Zudem wurde für den Film das damals zweitgrößte Studiogebäude Hollywoods inklusive eines zu seiner Zeit hochmodernen Wassertanks errichtet. Damit der „Studiolook“ kaschiert werden kann, beschloss Curtiz, den Film in Schwarz-Weiß (und Sepiatönen) zu drehen. Um die exorbitanten Kosten für den Studio-, Wassertank- und Schiffsbau auszugleichen, beschloss man derweil, weitestgehend auf neue Kostüme zu verzichten.

Stattdessen wurde das Studioarchiv geplündert – vor allem kamen prachtvolle, historisch akkurate Gewänder aus dem Geschichtsdrama „Günstling einer Königin“ zum erneuten Einsatz. Wer Adleraugen hat, wird außerdem ein paar Sekunden Archivmaterial in den Kampfszenen erspähen: Ab und zu mischen sich Einstellungen aus „Unter Piratenflagge“ und einem Napoleon-Stummfilmepos unter das imposante, neu gedrehte Geschehen.

Dramatik, Romantik, Action und Politik

Neben wuchtigen Seeschlachten voller Kanonendonner, in denen die Schiffe ordentlich Schaden nehmen und Curtiz' Inszenierung diese Schauwerte auskostet, gibt es agile Duelle mit der Klinge sowie schwungvoll-entfesselte Verfolgungen. Flynn ist dabei weniger neckisch als von ihm im Piratengewand gewohnt, sondern präsentiert sich als siegesverwöhnter, verbissen-charismatischer Haudegen, dem es weniger um den Thrill geht als darum, die Lage unter Kontrolle zu behalten.

Brenda Marshall gibt indes Flynns spanische Dame der Begierde als stolz-feiste Aristokratin mit Schlafzimmerblick, die sich der Implikationen ihrer Beziehung bewusst ist. Und obwohl es eingangs nicht so geplant war, rundet das finale Degenduell die dramatische Note dieses Abenteuers stimmig ab: Weil selbst der hoch angesehene Fechttrainer Fred Cavens dem grobmotorischen Henry Daniell keine beeindruckenden Kampfbewegungen beibringen konnte, musste ordentlich getrickst werden.

Daniell wurde für den Großteil des Schlusskampfs gedoubelt, und um darüber hinwegzutäuschen, setzten Curtiz und Filmeditor George Amy auf einen strategischen Schnitt. Außerdem wurde beschlossen, Thorpe mit dem Degen nach und nach die Kerzenbeleuchtung der Szenerie löschen zu lassen. Was eingangs als Notwendigkeit gedacht war, wurde dank der versierten Crew zu einem dramatischen, stylischen und atmosphärischen Kampf auf Leben und Tod!

Der Herr der sieben Meere
Der Herr der sieben Meere
Starttermin 1. April 1948 | 1 Std. 48 Min.
Von Michael Curtiz
Mit Errol Flynn, Brenda Marshall, Claude Rains
Pressekritiken
3,0
User-Wertung
3,6
Filmstarts
4,5

Untermalt (und geschickt konterkariert) wird all dies von einem herausragenden Score des famosen Komponisten Erich Wolfgang Korngold, der auch in der Oper und der Operette beheimatet war – was „Der Herr der sieben Meere“ vollauf anzumerken ist: Korngold etabliert geschickt und mit voller Inbrunst Leitmotive, unterwandert seinen lebhaften, im schönsten Sinne schwülstigen Orchestereinsatz mit spanischen Rhythmen und beschwört mit romantischer Herzlichkeit unbändige Abenteuerlust herauf.

Korngolds meisterhafter Score gewinnt durch die politische Komponente des Films an Resonanz: Er floh aufgrund des aufkeimenden Antisemitismus 1934 in die USA. Sechs Jahre später diente dieser Abenteuerfilm als große, anspornende Parabel auf den Kampf der Briten gegen das NS-Regime. Winston Churchill bezeichnete nicht zuletzt aufgrund dieser „Durchhalten und zurückschlagen!“-Botschaft „Der Herr der sieben Meere“ als einen seiner Lieblingsfilme!

Und wenn ihr noch mehr Abenteuer mit Flynn im Heimkino erleben möchtet, solltet ihr unseren folgenden Tipp ins Auge fassen:

Dieser Abenteuerklassiker mit furiosen Gefechten ist ein Muss für "Fluch der Karibik"-Fans: Jetzt kehrt er ins Heimkino zurück!

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Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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