"Einer meiner besten Filme": Auf dieses außergewöhnliche Weltkriegs-Epos ist Clint Eastwood ganz besonders stolz
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor rund 20 Jahren brachte Eastwood gleich zwei (!) epische Weltkriegs-Filme in die Kinos. Nachdem der erste enttäuschte, stieß der zweite auf Begeisterung – und auch die Hollywood-Legende selbst ist bis heute stolz auf ihre Arbeit.

Clint Eastwood hat allen Grund, stolz zu sein, wenn er auf seine Filmografie blickt. Schließlich wurde der heute 95-Jährige mit Klassikern wie Sergio Leones berühmter Dollar-Trilogie zunächst als Schauspieler zur Ikone – bevor er eine nicht minder eindrucksvolle Regie-Karriere hinlegte. Seitdem er mit dem Psychothriller „Sadistico“ (1971) debütierte, hat Eastwood ganze 40 Filme inszeniert, wobei sein jüngster – das hoch spannende Justizdrama „Juror #2“ – erst in diesem Jahr in den deutschen Kinos lief.

Eastwood hat zwei Oscars als Bester Regisseur gewonnen – für den Spätwestern „Erbarmungslos“ (1992) und das Boxmelodram „Million Dollar Baby“ (2004) –, zu seinen weiteren Karrierehöhepunkten zählen Filme wie „Der Texaner“, „Die Brücken am Fluss“, „Mystic River“ oder „Gran Torino“. Doch welche seiner zahlreichen Regiearbeiten liegt der lebenden Hollywood-Legende persönlich besonders am Herzen?

Das hat Eastwood in einem Interview mit dem japanischen Fernsehsender NHK veraten. Auf die Frage, auf welchen Film er als Regisseur am stolzesten sei, antwortete er wie folgt: „Ich sage Ihnen einen, der wirklich ein Wagnis war: ‚Flags Of Our Fathers‘. Und während ich daran arbeitete, kam mir die Idee zu ‚Letters From Iwo Jima‘. Und ich dachte: ‚Das wird verdammt schwierig, weil es kaum Informationen darüber gibt.‘“

Letters from Iwo Jima
Letters from Iwo Jima
Starttermin 22. Februar 2007 | 2 Std. 19 Min.
Von Clint Eastwood
Mit Ken Watanabe, Kazunari Ninomiya, Shido Nakamura
Pressekritiken
4,3
User-Wertung
3,9
Filmstarts
4,5

Bei „Flags Of Our Fathers“ und „Letters From Iwo Jima“ handelt es sich um ein ungewöhnliches Kriegsfilm-Doppelprojekt: Eastwood erzählt in beiden Werken von der Schlacht um die Insel Iwojima während des Zweiten Weltkriegs – einmal aus US-amerikanischer Sicht, einmal aus der Perspektive der japanischen Soldaten. „Letters From Iwo Jima“ hat Eastwood dabei ausschließlich in japanischer Sprache (die er selbst natürlich nicht beherrschte) mit japanischen Schauspielern (u.a. der auch aus „Last Samurai“ bekannte Ken Watanabe) gedreht – für einen amerikanischen Regisseur ein durchaus ungewöhnlicher Schritt.

Eastwood führt weiter aus, wie er an den Film herangegangen ist: „Ich bin nach Japan gereist und habe mit dem Gouverneur der Präfektur gesprochen, zu der Iwojima gehört. Ich habe ihm gesagt: ‚Das ist eine Geschichte, die aus japanischer Sicht erzählt werden muss.‘“ Mithilfe des Gouverneurs konnte Eastwood Zeitzeug*innen und Hinterbliebene von Soldaten ausfindig machen, die bereit waren, ihre Erinnerungen mit ihm zu teilen.

„Ich hatte das Glück, hier in Amerika eine Drehbuchautorin zu finden“, so der „Dirty Harry“-Darsteller [Anm.: Er meint Iris Yamashita]. „Sie war japanischer Abstammung, aber in den USA geboren, und eigentlich sprach sie die Sprache nicht. Aber sie hat exzellent recherchiert und ein wirklich starkes Drehbuch geschrieben. Das war eine große Genugtuung, denn ich finde bis heute: [‚Letters From Iwo Jima‘] ist einer meiner besten Filme.“

Dem schließen wir uns an: Während „Flags Of Our Fathers“ in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik nur solide 3 von 5 Sternen erhielt, schrammt „Letters Of Iwo Jima“ mit 4,5 Sternen nur knapp am Meisterwerk vorbei. In der Rezension heißt es unter anderem: „‚Flags Of Our Fathers‘ war dramaturgisch nur Mittelmaß. Mit dem zweiten Teil […] legt Eastwood […] jetzt allerdings einen Film vor, bei dem das künstlerische Konzept und dessen emotionale Dimension hundertprozentig zusammengehen.“

Wenn ihr dagegen wissen wollt, welchen Actionthriller Eastwood bis heute bereut, dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

Diesen Actionthriller hat Clint Eastwood bitter bereut: "Ich habe mich immer wieder gefragt, ob es das wirklich wert war"

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