Ich durfte „The Flash“ damals schon einige Monate vor dem Kinostart sehen – und war dann ziemlich geschockt, dass er bei meinen Kolleg*innen später weit weniger gut ankam: Gerade einmal 63 Prozent positive Kritiken auf Rotten Tomatoes und ein Metacritic-Score von sogar nur 55 von 100 standen dort am Ende zu Buche. Wir hingegen haben uns in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik voller Begeisterung mit 4,5 von 5 Sternen aber mal ganz weit aus dem Fenster gelehnt.
Doch nicht nur bei der Kritik, auch beim Publikum fiel „The Flash“ durch – was wohl auch, aber längst nicht nur mit der Kontroverse rund um mögliche Straftaten von Ezra Miller zu tun hatte: Am Ende standen dem Budget von 200 bis 220 Millionen Dollar weltweite Einnahmen von gerade einmal 271 Millionen Dollar gegenüber!
Selbst wenn man in Betracht zieht, dass schon die DC-Vorgänger „Black Adam“ und „Shazam! 2“ an den Kinokassen abgeschmiert sind, ist das einfach viel zu wenig – gerade wenn auch noch eine Wonder Woman (Gal Gadot) und drei Batmans (Ben Affleck, Michael Keaton, Nr. 3 wird nicht verraten) mit an Bord sind.
Ab sofort kann „The Flash“ bei Amazon Prime Video ohne Aufpreis für Prime-Kund*innen gestreamt werden. Selbst eine Meinung zum Film bilden könnt ihr euch daneben derzeit aber auch bei Netflix und RTL+.
Darum geht's in "The Flash"
Wenn Barry Allen (Ezra Miller) nicht gerade als The Flash mit Batman (Ben Affleck) oder Wonder Woman (Gal Gadot) die Welt rettet, arbeitet er als Forensiker in Central City. Sein eigentliches Ziel: seinen schuldlosen Vater (Ron Livingston) aus dem Gefängnis zu holen, der einst wegen Mordes an Barrys Mutter Nora (Maribel Verdú) verurteilt wurde. Aber als ein weiterer Versuch, Henrys Unschuld zu beweisen, scheitert, nutzt Barry aus Verzweiflung seine Supergeschwindigkeit – und entdeckt so, dass er durch die Zeit reisen kann.
Gegen jede Vernunft kehrt er zum Tag des Verbrechens zurück und verändert mit einer kleinen Geste den Lauf der Dinge. Doch auf dem Rückweg gerät er durch eine mysteriöse Gestalt in eine alternative Realität: Dort lebt seine Mutter noch, aber der jüngere Barry (ebenfalls Ezra Miller) hat noch keine Kräfte – und schlimmer noch: General Zod (Michael Shannon) bedroht die Erde. Superman scheint es nie gegeben zu haben, und auch Bruce Wayne (jetzt plötzlich: Michael Keaton) ist nicht mehr der, den Barry kannte…
Warum ich persönlich "The Flash" trotz allem abfeiere
„The Flash“ beginnt überraschend leichtfüßig, bevor der Film in deutlich düsterere Gefilde vordringt. Als Barry Allen nach einer fehlgeschlagenen Sandwich-Bestellung unter akutem Kalorienmangel leidet, hilft der Schokoriegel eines kreischenden Fans – gerade rechtzeitig für den nächsten Einsatz: Im Gotham General droht ein Krankenhausflügel einzustürzen, und mehrere Babys stürzen in Superzeitlupe in Richtung Abgrund. Eine Szene, die an apokalyptische Wimmelbilder erinnert – nur mit Neugeborenen.
Flash muss also kreativ werden, denn seine Geschwindigkeit würde die Säuglinge gefährden. Also wird eines in einer Mikrowelle geparkt, während ein anderer Snack die dringend nötige Energie liefert. Das ist ebenso einfallsreich wie unterhaltsam – und deutlich verspielter als vergleichbare Quicksilver-Sequenzen der Konkurrenz. Auch der Humor sitzt – etwa wenn sich Batman und Flash im Bann von Wonder Womans Lasso unfreiwillig selbst entlarven.
Die ernsten Momente sitzen ebenfalls
Während der junge Barry noch kindliche Begeisterung für seine Kräfte zeigt, liegt auf dem älteren Barry die Last der Verantwortung. Trotz vieler lockerer Momente bleibt „The Flash“ so kein bloßer Gag-Reigen, ganz im Gegenteil: Dank Ezra Millers starker Doppelrolle und eines emotionalen Kerns, der alles antreibt, gelingt die Balance zwischen Witz und Ernst. Es geht nicht nur um Multiversen, sondern um den Wunsch, einen schmerzhaften Moment in der Vergangenheit rückgängig zu machen.
Selbst wenn das Finale visuell aufdreht und DC-Nostalgie ohne Ende auffährt, behalten Regisseur Andy Muschietti und Autorin Christina Hodson („Birds Of Prey“) das Wesentliche im Blick: Barry muss sich seinem inneren Konflikt letztlich allein stellen – und genau deshalb endet „The Flash“ auch auf einer persönlichen, fast stillen Note.
Das Fazit meiner offiziellen FILMSTARTS-Kritik: „Mit dem immens unterhaltsamen, zu Herzen gehenden und mit DC-Nostalgie im Überfluss aufwartenden ‚The Flash‘ haut das scheidende DCEU auf der Zielgeraden noch mal richtig einen raus!“
Im Kino stand mit „Superman“ von James Gunn übrigens gerade der erfolgreiche Reboot des DC-Universums an. Kürzlich wurde bereits ein Nachfolger angekündigt, über den ihr im folgenden Artikel mehr erfahrt:
"Superman 2": James Gunn enthüllt Starttermin – und verspricht für "Man Of Tomorrow" den ultimativen Showdown mit Lex LuthorDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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