Mit mittlerweile über 80 (!) Verfilmungen seiner Romane ist Stephen King der mit Abstand meist adaptierte Schriftsteller unserer Zeit. Es ist auch kein Geheimnis, dass der Horror-Meister selbst ein großer Filmfan ist - schließlich schrieb er schon die Drehbücher für Kultfilme wie „Creepshow“ oder „Friedhof der Kuscheltiere“ (und inszenierte ausgerechnet eine der schlechtesten King-Adaptionen selbst). Daher ist King auch meistens in den Produktionsprozess mit eingebunden, und teilt der Welt oft schon vorm Kinostart einer neuen Buchverfilmung seine Einschätzung mit.
Häufig findet der Autor dabei lobende Worte – so rührte er dieses Jahr beispielsweise fleißig die Werbetrommel für „The Long Walk – Todesmarsch“. Hin und wieder fällt sein Urteil aber auch ziemlich harsch aus – seinen Groll gegen Stanley Kubricks „Shining“ hat er ja bekanntlich bis heute nicht abgelegen können. Ähnlich verhält es sich auch mit der 1984er-Version von „Der Feuerteufel“, die sich Stephen King seit der Veröffentlichung nie wieder angeschaut hat.
"Wie billiges Kantinenessen"
Anders als Kings Urteil zu „Shining“ dürften ihm die meisten Zuschauer seine Abneigung gegenüber „Der Feuerteufel“ nicht allzu übel nehmen. Der Film bekam schon damals sehr schwache Kritiken und ging auch an der Kinokasse baden. Und das, obwohl die damals gerade mal neunjährige Drew Barrymore nach „E.T. – Der Außerirdische“ hier in ihrer zweiten großen Rolle zu sehen war.
Als aufgeweckte kleine Schwester in „E.T.“ bestaunte Barrymore noch die übernatürlichen Kräfte eines Außerirdischen, während sie als titelgebender Feuerteufel selbst welche besitzt. Durch eine spezielle Droge, entwickelt von einer mysteriösen Geheimorganisation, kann Charlie mit ihrer bloßen Gedankenkraft nämlich Feuer entfachen. Zusammen mit ihrem Vater muss sie nun aber vor eben dieser Organisation fliehen, da man sie dort als militärische Waffe missbrauchen will...
Der FeuerteufelWie für Stephen King typisch, verspricht bereits die Prämisse jede Menge Spannung. Und dass eine derartige Geschichte auch durchaus funktionieren kann, zeigt uns ja aktuell die Netflix Hit-Serie „Stranger Things“: Die Abenteuer rund um ein mysteriöses kleines Mädchen mit Superkräften sind eindeutig von Kings Roman inspiriert – begeistern uns aber trotzdem bis heute!
Warum also scheiterte diese Verfilmung? Das Problem von „Der Feuerteufel“ ist dasselbe, das so viele der zweitrangigen King-Adaption miteinander teilen: In der großen Hollywood-Maschinerie wollte man vor allem mit dem Namen des Horror-Autors werben, während die Qualität des Films geringere Priorität hatte. King bezeichnet die Adaption daher als filmisches Äquivalent zu „billigem Kantinenessen“.
Dabei wäre der Film um Haaresbreite viel besser geworden. Zuerst war als Regisseur nämlich „Halloween“-Macher John Carpenter vorgesehen. Als dessen „Das Ding aus einer anderen Welt“ damals aber floppte, entließ das Studio ihn von dem Projekt und produzierte eine glattgebügelte Version des Stoffes – also genau den Film, den Stephen King sich nie wieder ansehen will. Spannenderweise komponierte John Carpenter dann aber den Soundtrack für das 2022 erschienene Remake – und diese Adaption findet King ziemlich Klasse!
Stephen King ist Fan des Remakes
Kings Begeisterung für „Firestarter“ überrascht euch jetzt sicherlich – zumindest die wenigen unter euch, die das Remake überhaupt gesehen haben. Dieses lief finanziell nämlich ebenso schlecht wie das Original und kam bei der Kritik nochmal deutlich mieser an. Auch in der FILMSTARTS-Redaktion hatte man wenig positive Worte für den Film übrig, der bis auf die besseren Effekte genau so dröge blieb wie der erste Versuch.
Das sieht Stephen King aber ganz anders, denn während er das Original nie wieder sehen will, hatte er sich das Remake zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits drei Mal angeschaut, wie er Vanity Fair während der Pressetour für „Firestarter“ verriet.
Was King an der Neuauflage so viel besser findet, bleibt mindestens ein genau so großes Rätsel wie sein Groll gegen „Shining“. Dem Horror-Meister sprechen wir sein Urteil natürlich nicht ab – eine Sehempfehlung können wir aber für keine der beiden Versionen aussprechen. Falls euch jetzt aber schon die Prämisse gepackt hat, dann seid ihr mit dem Roman immer noch am besten bedient:
In Hollywood arbeitet man derweil unermüdlich weiter an Stephen King-Adaptionen, und so erwartet uns demnächst bereits die dritte Auflage von „Carrie“ auf Amazon Prime. Auf die darf man Dank des Regisseurs allerdings ziemlich gespannt sein! Mehr dazu im nachfolgenden Artikel:
"Eines meiner Lieblingsprojekte": Mit Spannung erwartete Stephen-King-Adaption ist im Kasten – und der Regisseur schwärmt!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.