Was wären uns für Monolithe der Filmgeschichte entgangen, hätte Schauspiellegende Al Pacino frühzeitig seine Hollywood-Karriere an den Nagel gehängt: „Der Duft der Frauen“ ohne Pacino als blinder, verbitterter Army-Offizier Frank Slade? Oder der einflussreiche Gangster-Klassiker „Heat“ ohne ihn als ebenso gewieften wie charismatischen Lieutenant Vincent Hanna? Nur schwer vorstellbar. Ganz zu schweigen von den vielen anderen starken Filmen mit dem Schauspiel-Titanen, die nach 1985 entstanden sind: von „Donnie Brasco“ über „Im Auftrag des Teufels“ bis zu „Insomnia“.
Einer anderen Hollywood-Legende ist es zu verdanken, dass der gebürtige New Yorker seine Schauspielkarriere Mitte der 1980er-Jahre nicht final beendete – obwohl er das ursprünglich fest vorhatte! Es war seine Kollegin und langjährige On-Off-Beziehung Diane Keaton („Der Stadtneurotiker“), die ihm schließlich davon abriet. Lest hier die ganze Geschichte über Pacinos Rücktritt vom (geplanten) Rücktritt.
"Das ist dein Film!"
1985: Zwei Jahre waren vergangen, seit Pacino mit der dringlichen Darstellung des rücksichtslosen Drogenbarons Tony Montana in Brian De Palmas Gangster-Epos „Scarface“ eine Ikone der Popkultur und Kinogeschichte schuf. Sein nächstes Projekt war das ambitionierte Abenteuer „Revolution“ von Hugh Hudson („Greystoke“). Das Werk, angesiedelt im US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Ende des 18. Jahrhunderts, war ein Herzensprojekt von Pacino. Doch dem Film war, im Gegensatz zu „Scarface“, kein Erfolg beschieden.
Pacino wurde für die „Goldene Himbeere“ als Schlechtester Darsteller nominiert, außerdem gewann „Revolution“ den Negativpreis „Stinkers Bad Movie Award“ als schlechtester Film. Und im Kino wollte den üppig ausgestatteten, aufwändig inszenierten Streifen ohnehin fast niemand sehen. Der damals 45-jährige Schauspieler fühlte sich nach diesen Tiefschlägen ausgebrannt und war nach "Revolution" fest entschlossen, sich für immer vom Filmgeschäft zurückzuziehen.
Drei lange Jahre, in denen sich Pacino vor allem der Theaterarbeit widmete, zogen ins Land. „Ich hatte meine Karriere nicht offiziell beendet, also erhielt ich weiterhin Angebote. Ich las in dieser Zeit auch einige gute Drehbücher, aber ich wollte einfach keine Filme mehr machen“, enthüllte Pacino im Interview mit dem Magazin Esquire über seine Leinwandabstinenz (via Far Out Magazine). Dann erreichte ihn das Drehbuch zum Serienmörder-Thriller „Sea Of Love“ von Harold Becker – dank Diane Keaton! Pacino: „Sie brachte mir das Drehbuch und sagte: ‚Das ist dein Film.‘ Und ich dachte, da steckt wirklich eine Figur drin.“
Überraschungserfolg "Sea Of Love"
Auf Keatons Wunsch (oder besser: Drängen) hinnahm Pacino die Rolle des abgehalfterten Detectives, der in New York einen mysteriösen Killer jagt, an – und erlangte durch den Film die Lust an der Schauspielerei zurück. Voller Leidenschaft stürzte er sich in den 19-wöchigen Dreh im kanadischen Toronto und New York. Pacinos Mühen lohnten sich am Ende, künstlerisch wie finanziell.
„Sea Of Love“ spielte, bei einem geschätzten Produktionsbudget von überschaubaren 19 Millionen Dollar, global über 110 Millionen an den Kinokassen ein. Dies machte ihn zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1989.
Zwischen „Revolution“ und dem Kinostart von „Sea Of Love“ in Deutschland Anfang 1990 lagen weit über vier Jahre, in denen Pacino hierzulande nicht auf der großen Leinwand zu sehen war. Doch das ist noch nichts gegen ein anderes Schauspiel-Schwergewicht, das noch in diesem Monat nach acht Jahren Abwesenheit endlich ins Kino zurückkehrt. Wenn ihr wissen wollt, um welche Hollywood-Größe es geht (und in welchem oscarprämierten Film sie ihre allerersten Schritte machte), dann lest doch auch den nachfolgenden Artikel: