Die Suche nach dem vollkommensten, besten Schauspieler aller Zeiten begleitet Filmfans seit Jahrzehnten und artet immer wieder in wilde Vergleiche und Diskussionen aus. Gerade nach dem Aufschwung des „New Hollywood“ der 1970er-Jahre, als kompromissloses Erzählen und psychologisch komplexe Figuren das amerikanische Kino neu formten, bekam die Debatte neuen Schwung. Denn in dieser Phase traten so viele prägende Talente auf die Bühne, dass sich die Filmwelt bis heute schwertut, den besten aller besten, qauasi den Gipfelpunkt des Schauspiels zu bestimmen.
Umso bemerkenswerter ist es, wenn gleich zwei der größten Hollywood-Schwergewichte überhaupt dazu im Gleichklang sprechen. Al Pacino und Robert De Niro, jeweils verantwortlich für einige der ikonischsten Figuren der Kinogeschichte, haben die Frage nach dem besten Schauspieler der Welt beide mit demselben Namen beantwortet – und sie zögern nicht, ihn mit seltenen Superlativen zu belegen.
"Überlebensgroße Persönlichkeit": Al Pacino und Robert De Niro über ihr Idol
Die Rede ist von Marlon Brando! Pacinos und De Niros eigene Leistungen – von „Taxi Driver“ und „Serpico“ bis hin zu den „Der Pate“-Epen von Francis Ford Coppola – haben bekanntlich Maßstäbe gesetzt. Und trotzdem verweisen die beiden immer wieder auf Brando, dessen Einfluss noch über ihrem eigenen Schaffen zu schweben scheint. Für De Niro war Brando schlicht unvergleichlich. In mehreren Interviews betonte er, niemand könne „auch nur annähernd das tun, was Brando tat“ und dass Brando „eine Naturgewalt für sich“ war (via Far Out Magazine).
Als sich De Niro und Brando 2001 für „The Score“ erstmals gegenüberstanden, erfüllte sich für Ersteren ein lang gehegter Wunsch. Dass Brando dabei – typisch für ihn – mit einigen Eigenheiten am Set auftrat, etwa seinem hartnäckigen Verweigern von auswendig gelernten Texten oder seinen spontanen Improvisationen, störte De Niro kaum. Er arbeitete endlich mit seinem Helden.
Für Pacino, der deutlich früher mit Brando vor der Kamera stand, nämlich zu Beginn der 1970er-Jahre für „Der Pate“, war der erste Kontakt mit dem für seine Launen berüchtigten Darsteller noch skurriler. Bei ihrem Kennenlernen, über das Pacino mehrfach öffentlich sprach, saß Brando in einem Krankenhausbett und aß Hühner-Eintopf, den er großzügig über Hände und Bett verteilt hatte. Die Szene muss ziemlich absurd gewirkt haben, doch Pacino spürte sofort die Wucht einer Legende und war förmlich überwältigt von „Bud“, wie er ihn nannte. Er bezeichnete Brando zudem als „den größten lebenden Schauspieler“ und sprach von einer „überlebensgroßen“ Persönlichkeit.
Dass ausgerechnet diese beiden Titanen des modernen Kinos Brando so eindeutig an die Spitze setzen, sagt mehr über dessen Vermächtnis aus als jede Rangliste. Für sie, wie natürlich auch für viele Filmfans, war und ist er unübertroffen.
Pacino und De Niro standen in den vergangenen 50 Jahren mehrmals zusammen vor der Kamera – u.a. im Thriller-Meilenstein „Heat“ und Martin Scorseses Gangster-Epos „The Irishman“. Einen ihrer gemeinsamen Filme bereut Robert De Niro allerdings nachhaltig. Hier erfahrt ihr, um welchen Flop es geht:
Diesen Thriller mit Al Pacino bereut Robert De Niro bis heute: "Das nächste Mal machen wir einen Film, den wir mögen"