Robin Williams wusste schon nach wenigen Drehbuchseiten, dass er diese "beeindruckende" Rolle unbedingt spielen muss: "Es wäre absurd, darauf zu verzichten"
Jaroslav Sebov
Jaroslav Sebov
-Freier Autor
Erholt sich immer noch von der 8. Staffel "Game Of Thrones" und vertreibt sich die Zeit mit allerhand Fandoms wie "Star Wars", "The Witcher" und "Der Herr der Ringe". Findet, kein anderer Film verdient einen zweiten Teil mehr als "Master And Commander".

Robin Williams stand 1990 vor einer Entscheidung, die seine Laufbahn neu definierte. Warum er eine ernste Rolle sofort annahm – und wie sie ihn für immer veränderte.

Robin Williams gehört zu den wenigen Schauspielern, die mühelos zwischen schelmischer Komik und tief bewegender Dramatik wechseln konnten. Ob als hyperaktiver Radiomoderator in „Good Morning, Vietnam“ oder als warmherziger Lehrer in „Der Club der toten Dichter“ – Williams zeigte immer wieder, dass hinter seiner improvisatorischen Energie ein Künstler mit außergewöhnlicher emotionaler Präzision steckte.

Nach mehreren Erfolgen im ernsten Fach erhielt er Ende der 1980er-Jahre ein weiteres Skript, das ihm die Chance bot, sein dramatisches Talent zu zeigen – und das ihn augenblicklich fesselte: Zeit des Erwachens“. In einem Interview mit The Oklahoman erinnerte sich der spätere Oscar-Preisträger („Good Will Hunting“) an den Moment, als er die Drehbuchseiten zum ersten Mal las – und verstand, dass er diese Rolle unmöglich ablehnen konnte.

Zeit des Erwachens
Zeit des Erwachens
Starttermin 14. Februar 1991 | 2 Std. 01 Min.
Von Penny Marshall
Mit Robert De Niro, Robin Williams, Penelope Ann Miller
User-Wertung
3,9

Anfang der 1990er-Jahre hatte Robin Williams bereits in einer Reihe anspruchsvoller Dramen mitgespielt. Nach einer Oscar-Nominierung für „Good Morning, Vietnam“ wurde sogar kurz darüber spekuliert, ob er die Comedy endgültig hinter sich lassen und nur noch als ernsthafter Charakterdarsteller in Erscheinung treten würde. Doch ihm selbst ging es nie um die Frage „lustig oder ernst“ – sondern schlichtweg um Stoffe, die ihn berührten.

Genau das passierte, als ihm Penny Marshalls Verfilmung von Oliver Sacks' Buch „Awakenings“ angeboten wurde. In dem Gespräch mit Journalist Chuck Davis erklärte Williams rückblickend: „Wenn sich so etwas ergibt, wäre es absurd, darauf zu verzichten... Wenn man etwas so Beeindruckendes liest, nutze ich die Chance.“ Die Geschichte um den Arzt Malcolm Sayer, den Williams spielen sollte und der erstmals erfolgreich einen neuartigen Behandlungsversuch bei katatonischen Patienten wagt, traf ihn sofort ins Herz.

Auch die Aussicht, an der Seite von Robert De Niro zu spielen, der Sayers Patienten Leonard Lowe verkörpern sollte, reizte ihn enorm. Während der Dreharbeiten passierte sogar ein legendäres Missgeschick – Williams brach De Niro die Nase. Dennoch sprachen die beiden stets voller Bewunderung übereinander. The Oklahoman etwa zitiert Williams mit folgenden Worten:

„Selbst wenn man eigentlich einen katatonischen Zustand spielen soll, kann man übertreiben. Die Leute merken das... Als Bobby [Robert De Niro] am ersten Tag sprach, wusste ich, dass es der perfekte Ton war. Er wusste genau, dass es da war. Ich wusste, dass es funktionieren würde. Es war wie eine Laserkanone.“

Ein Film, der Williams' Karriere in eine neue Richtung lenkte

„Zeit des Erwachens“ wurde ein Kritikererfolg und bewies einmal mehr, dass Williams nicht nur ein Meister der Improvisation war, sondern auch ein Schauspieler mit großer emotionaler Bandbreite. Während De Niro für den Oscar nominiert wurde, erhielt Williams eine Golden-Globe-Nominierung.

Nach diesem Film war klar: Williams würde nie aufhören, zwischen Genres zu wechseln. In den folgenden Jahren entstanden Werke, die seine Vielseitigkeit untermauerten – von „König der Fischer“ über „Good Will Hunting“ bis hin zu den liebenswert chaotischen Rollen in „Flubber“ oder „Hook“. Dieses Pendeln zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit machte ihn zu einer Ikone, die sich keiner starren Kategorie unterordnen ließ.

Auch in Deutschland ist Robin Williams bei allen Generationen Kult. Daran ist auch der Synchronsprecher Williams entscheidend beteiligt gewesen – und ihm gegenüber machte Williams eine sehr schöne Geste, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:

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