Kinotipp der Woche: Der größte Hit des Regisseurs hatte 6,6 Millionen Besucher – und ihr kennt ihn garantiert alle!
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

„Good Bye, Lenin!“ ist einer der größten deutschen Kinohits überhaupt! Mit seinem letzten Film, dessen Fertigstellung der Regisseur leider nicht mehr erlebt hat, schlägt Wolfgang Becker nun noch einmal in eine ganz ähnliche Kerbe:

Wolfgang Becker ist absoluter Kult! Mit seiner bittersüßen Romantik-Komödie „Das Leben ist eine Baustelle“ (1997) hat er einen DER Berlin-Filme schlechthin abgeliefert – und mit „Good Bye, Lenin!“ folgte sechs Jahre später sein bis heute unbestritten bekanntester Film: Dank einer überragenden Mundpropaganda sahen am Ende mehr als sechseinhalb Millionen Menschen den Film über einen Alex (Daniel Brühl), der seiner nach dem Mauerfall aus dem Koma erwachsenden Mutter (Katrin Sass) vorspielt, dass die DDR weiterhin besteht…

Wolfgang Becker hat sich zwischen seinen Filmen schon immer viel Zeit gelassen. Aber als er erfuhr, dass er wegen einer Erkrankung wohl nicht mehr lange zu leben hat, entschied er sich, seine verbleibende Zeit nicht mit Reisen zu verbringen, sondern sie stattdessen in einen letzten Film zu investieren:Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ (Kinostart: 11. Dezember), basierend auf dem gleichnamigen Bestseller* von Maxim Leo, weist dabei – im allerbesten Sinne – gleich mehrere Parallelen zu seinem Megahit „Good Bye, Lenin!“ auf. Deshalb ist uns die Wahl für unsere Initiative „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ in diesem Monat auch besonders leicht gefallen.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
Starttermin 11. Dezember 2025 | 1 Std. 53 Min.
Von Wolfgang Becker
Mit Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich
User-Wertung
3,3
Filmstarts
4,0
Vorführungen (39)

Leider hat Wolfgang Becker die Fertigstellung seines letzten Films nicht mehr erlebt. Er verstarb im vergangenen Dezember im Alter von 70 Jahren – nach Abschluss der Dreharbeiten, aber vor dem Schnitt. „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ ist aber zum Glück ein absolut würdiges Vermächtnis für einen der ganz großen des deutschen Kinos – so lautet das Fazit der offiziellen FILMSTARTS-Kritik von Gaby Sikorski auch: „Charly Hübner in einer tragikomischen Glanzrolle als Hochstapler wider Willen mit Herz und Skrupel – und ganz nebenbei ein bittersüßes, ironisches Statement zu Geschichtsschreibung und Geschichtsverständnis.“

Darum geht’s in "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße"

Der Videothekenbetreiber Micha Hartung (Charly Hübner) steht im Jahr 2019 kurz vor der Pleite. Aber dann tritt plötzlich der Journalist einer Berliner Zeitung in seinen Laden: Alexander Landmann (Leon Ullrich) hat in einer Stasi-Akte gelesen, dass es Hartung war, der im Jahr 1984 jene Weiche stellte, die eine Ost-Berliner S-Bahn am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen fahren lies – mit 127 Fahrgästen darin. Es war die größte Landflucht der gesamten DDR-Geschichte – und Micha Hartung wird nun zunächst in der Zeitung, dann im Fernsehen und schließlich sogar vom Bundespräsidenten zum titelgebenden Helden vom Bahnhof Friedrichstraße hochstilisiert.

Aber ist der Videothekar wirklich das geniale Mastermind hinter dem Fluchtplan? Oder läuft hier gerade eine vielleicht doch nicht ganz so wahre Geschichte gerade völlig aus dem Ruder?

Achim von Borries zu Gast bei uns im Podcast

Warum haben wir zum Kinostart von „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ den „Was nützt die Liebe in Gedanken“-Regisseur und „Babylon Berlin“-Showrunner bei uns im Podcast? Ganz einfach: Weil Wolfang Becker schon vor Beginn der Dreharbeiten von seiner Erkrankung wusste, war es schon allein aus versicherungstechnischen Gründen nötig, dass von Anfang an jemand bereitstand, der dann notfalls einspringen kann – und die Wahl fiel auf seinen Freund und „Good Bye, Lenin!“-Co-Autor Achim von Borries.

Achim von Borries (mitte) neben den FILMSTARTS-Redakteuren Christoph Petersen und Björn Becher zu Besuch bei uns im Berliner Podcast-Studio. Webedia
Achim von Borries (mitte) neben den FILMSTARTS-Redakteuren Christoph Petersen und Björn Becher zu Besuch bei uns im Berliner Podcast-Studio.

Achim von Borries ist unser erster Podcast-Gast, der mit dem Fahrrad zu uns in die Redaktion gekommen ist – und anschließend ging es damit direkt noch zurück ans „Babylon Berlin“-Set, wo Hauptdarsteller Volker Bruch nur wenige Stunden später seine allerletzte Szene abgedreht hat. Sicherlich ein hochemotionaler Moment – aber das galt natürlich auch für den Tag, an dem von Borries die Nachricht erhielt, dass es nicht länger nur theoretisch ist, sondern er nach Wolfgang Beckers Tod tatsächlich einspringen muss. Die neuste Folge des FILMSTARS-Podcasts Leinwandliebe kann ich euch deshalb wieder nur wärmstens ans Herz legen:

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