Der erste Horrorfilm, der jemals einen Oscar gewann: Es ist die beste Verfilmung eines Literatur-Klassikers
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Ob psychologischer Horror, Slasher-Film oder obskures Kleinod: Michael liebt das Horrorkino, seit er nach dem Schauen von „Blair Witch Projekt“ eine halbe Stunde lang wie versteinert auf dem Sofa saß.

Vor 94 (!) Jahren gewann zum allerersten Mal überhaupt ein Horrorfilm einen Oscar. Um welches auf einer berühmten literarischen Vorlage basierende Meisterwerk es geht, erfahrt ihr hier.

Paramount Pictures

„Oscar Bait“ wird gern eine ganz bestimmte Kategorie von Kinofilmen genannt, die förmlich darauf hin produziert scheinen, der Academy zu gefallen – meist Historienepen, Biopics oder botschaftsgetriebene Dramen. Wenn der betreffende Film dann auch noch ein „wichtiges Thema“ bedient und auf wahren Begebenheiten basiert, ist der Oscar-Köder – so zumindest die unterstellte Rechnung – perfekt. Gewinner-Werke, die eines oder mehrere dieser Kriterien erfüllen, wären beispielsweise „Coda“, „Green Book“, „12 Years A Slave“ oder „L.A. Crash“.

Zur Wahrheit gehört natürlich auch: Die noch immer wichtigste Filmpreisverleihung der Welt öffnet sich immer mehr – so wird etwa von Jahr zu Jahr selbstverständlicher, dass sich auch nicht-englischsprachige Filme in den Hauptkategorien bewähren können. Und man mag etwa vom letztjährigen Sieger „Anora“ halten, was man will – um klassisches Oscar-Prestige-Kino handelt es sich bei der chaotischen New-York-Odyssee sicherlich nicht. Manche Dinge bleiben aber, wie sie sind: So ist bekannt, dass bestimmte Genres bei den Oscars traditionell einen schweren Stand haben – reine Komödien etwa, Actionfilme und natürlich Horror!

Dieser Horrorfilm gewann als erster einen Oscar

Nur sieben Mal ist es in der über 100-jährigen Geschichte des Awards vorgekommen, dass ein Horrorfilm Chancen auf den Hauptpreis hatte – und auch in den Nebenkategorien sieht es meistens eher dünn aus. Doch was war der allererste Horrorfilm, der tatsächlich einen Preis gewonnen hat?

Dafür müssen wir bis ins Jahr 1931 zurückgehen. Als Bester Film wurde „Menschen im Hotel“ ausgezeichnet, Bester Regisseur wurde Frank Borzage („Bad Girl“). Von den drei als Bester Hauptdarsteller nominierten Schauspielern wiederum gewannen gleich zwei – Wallace Beery für „Der Champ“ sowie Fredric March für „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“.

Dr. Jekyll und Mr. Hyde
Dr. Jekyll und Mr. Hyde
1 Std. 38 Min.
Von Rouben Mamoulian
Mit Fredric March, Miriam Hopkins, Rose Hobart
User-Wertung
3,0

Letzterer verkörperte in Rouben Mamoulians meisterlicher Adaption der berühmten Schauererzählung von Robert Louis Stevenson sowohl Dr. Jekyll als auch seinen mörderischen Alter Ego Mr. Hyde – und lieferte damit nicht nur eine der denkwürdigsten Doppelrollen der frühen Hollywood-Geschichte ab, sondern sorgte auch für den ersten Academy Award im Horror-Genre.

Nominiert wurde die auch an den Kinokassen erfolgreiche Literaturverfilmung ebenfalls in den Kategorien Bestes adaptiertes Drehbuch sowie Beste Kamera. Trotz seines unbestreitbaren Klassiker-Status ist der Film – wie so viele Vertreter des alten Hollywood – in Deutschland derzeit leider weder im Streaming noch auf physischen Heimmedien erhältlich.

In diesem Jahr gibt es mit „Weapons“ und „Blood & Sinners“ gleich zwei Horrorfilme, die mit großer Wahrscheinlichkeit ins Oscar-Rennen gehen werden. Die Nominierungen werden am 22. Januar 2026 bekannt gegeben – welche Filme sich als absolute Favoriten herauskristallisieren, erfahrt ihr natürlich direkt bei uns!

„Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ markiert übrigens nur einen von insgesamt zwei Fällen, in denen sich zwei Schauspieler*innen die Oscar-Bühne teilen mussten. Einige Jahrzehnte später traf es noch einmal zwei absolute Hollywood-Ikonen. Um wen es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Es ist in der Oscar-Geschichte nur zwei Mal vorgekommen: Diese Stars mussten sich ihren Gewinn teilen!
facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren