Sein Vater, Kapitän der US-Marine, wollte eigentlich unbedingt, dass er in seine Fußstapfen tritt. Doch Hollywood-Veteran Robert Duvall schloss schon früh für sich aus, sein Leben dem Militärdienst zu widmen. Bereits Mitte der 1950er-Jahre – im Alter von etwa 24 Jahren – begann er sein Schauspielstudium an einer Theaterschule in New York. Dort befand er sich bereits in der Gesellschaft von anderen Nachwuchsdarstellern, die später zu Stars werden sollten – darunter Dustin Hoffman („Die Reifeprüfung“) und der 2025 verstorbene Gene Hackman („French Connection“).
Wie viele seiner Kollegen begann auch Robert Duvall seine Laufbahn auf der Theaterbühne. Erst nach und nach folgten kleine Auftritte in Fernsehserien, bevor er im Jahr 1956 sein Leinwand-Debüt gab: mit einem kleinen, in Vor- und Abspann nicht genannten Auftritt im Boxerfilm „Die Hölle ist in mir“, in dem übrigens auch Steve McQueen („Gesprengte Ketten“) seine erste Kinorolle spielte.
1962 übernahm er schließlich an der Seite von Gregory Peck einen kleinen, aber wichtigen Part in der gefeierten Literaturverfilmung „Wer die Nachtigall“ stört – und seine Karriere nahm allmählich Fahrt auf. Zunächst folgten vor allem größere Serienrollen (u.a. in „Auf der Flucht“), doch nach und nach gelang es dem gebürtigen Kalifornier, auch im Kino Fuß zu fassen.
Mehr als 100 Filme und ein Oscar
In mehr als 60 Jahren wirkte Duvall in über 100 Filmen mit – darunter zahlreiche Klassiker und Meilensteine der Filmgeschichte. Eine Auswahl: „Bullitt“, „Der Pate“ und „Der Pate II“, „Der Dialog“, „Network“, „Die Körperfresser kommen“, „Falling Down – Ein ganz normaler Tag“. Für seine Rolle im Drama „Comeback der Liebe“ wurde er 1984 mit einem Oscar als Bester Hauptdarsteller geehrt, weitere Nominierungen erhielt er für die von ihm selbst inszenierte Charakterstudie „Apostel!“, „Der große Santini“, „Zivilprozess“, „Der Richter – Recht oder Ehre“ …
… und natürlich zwei von Francis Ford Coppola gedrehte Meisterwerke: den bereits erwähnten „Der Pate“ (für die FILMSTARTS-User sogar der beste Film aller Zeiten!) sowie „Apocalypse Now“, laut unserem Community-Ranking der beste Kriegsfilm, der jemals gedreht worden ist. Hier verkörperte Duvall den fanatischen Lieutenant Colonel Bill Kilgore und sprach einen der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte: „Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen.“
Studiocanal
Bis vor rund einem Jahrzehnt war Duvall noch regelmäßig als Schauspieler aktiv. Doch mittlerweile ist es still geworden um den „Jack Reacher“-Star – im Alter von 95 Jahren auch kein Wunder. Seine bis dato letzten Rollen spielte er in zwei Netflix-Produktionen: dem Mystery-Thriller „Der denkwürdige Fall des Mr. Poe“ mit Christian Bale und dem großartigen Sportdrama „Hustle“ mit Adam Sandler. Offiziell zurückgezogen hat sich Duvall allerdings nie – und so ist zumindest nicht vollends ausgeschlossen, dass der große Charakterdarsteller noch einmal vor die Kamera zurückkehrt.
Öffentlich vom Rampenlicht verabschiedet hat sich dagegen Duvalls Kollege sowie zweimaliger Co-Star Michael Caine („Der Adler ist gelandet“, „Löwen aus zweiter Hand“). Dieser kann nicht nur zahlreiche Sternstunden vorweisen, sondern hat auch manche Durststrecke verkraften müssen – die ihn u.a. dazu gebracht haben, in einem Mega-Flop von Steven Seagal mitzuwirken. Die ganze Geschichte lest ihr im nachfolgenden Artikel:
"Ich war so verzweifelt, dass ich einen Film mit Steven Seagal drehte": Michael Caine spricht über die schwierigste Zeit seiner KarriereDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. Ein ähnlicher Artikel ist zuvor auf unserer spanischen Schwesternseite Sensacine.com erschienen.