Filme wie etwa „Das perfekte Geheimnis“, „Eingeschlossene Gesellschaft“ oder auch Sönke Wortmanns „Der Vorname“ sowie dessen zwei Nachfolger zeigen: Es ist nie eine gute Idee, einen Haufen erwachsener Menschen zusammen einzupferchen. Nicht selten arten diese Treffen nämlich in Streitigkeiten aus, wobei auch das ein oder andere gut gehütete Geheimnis gelüftet wird. Nicht weniger Wortgefechte in Kammerspiel-Manier gibt es aktuell im Kino zu sehen.
In „Extrawurst“ treffen wir die Mitglieder eines Tennisvereins irgendwo in der deutschen Provinz. Bei einer Versammlung wird dafür gestimmt, den alten Grill für das anstehende Sommerfest zu erneuern. Als vorgeschlagen wird, für Erol, das einzige muslimische Clubmitglied, einen separaten Grill zu organisieren, brechen unerwartete Spannungen auf, welche sich schnell zu einer Debatte über gesellschaftliche und persönliche Konflikte ausweiten. Dass die Zankereien dabei nicht nur im Film ziemlich nervenaufreibend sind, sondern auch die Darsteller*innen tüchtig gefordert wurden, hat uns einer der Stars im Interview verraten.
Die große Herausforderung beim "Extrawurst"-Dreh
„Wir haben in diesem Film 100 Varianten für Streit gefunden“, erklärt Hape Kerkeling im FILMSTARTS-Interview. Dabei sollen manche Auseinandersetzungen laut dem „Kein Pardon“-Star sogar teilweise über 20 Drehbuchseiten umfasst haben. „Das hat man normalerweise beim Film nicht. Beim Film hat man drei Seiten, anderthalb Minuten Schnitt. Und so lange spielt man durch. Wir als Ensemble mussten aber 20 Minuten durchspielen. Das ist man beim Film gar nicht gewohnt, das macht man eher beim Theater.“
Geführt habe das dann dazu, dass das Team die ersten zehn Tage lang kein privates Wort miteinander gewechselt hat. „Nach zehn Tagen kam Christoph Maria Herbst – wir hatten endlich mal eine Verschnaufpause nach unseren Proben und Drehs – und er sagte: ‚So, jetzt sagt mal alle, wie ihr heißt. Was habt ihr für Hobbys? Was macht ihr privat?‘ Da hatten wir zum ersten Mal überhaupt die Möglichkeit, uns privat zu unterhalten. So sehr und so toll hat uns die Arbeit gefordert.“
Das ganze Interview gibt es auch hier zu sehen:
Ob sich die Anstrengungen am Ende gelohnt haben, muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es zumindest solide 3 von 5 möglichen Sternen. In seinem Fazit schreibt Chefredakteur Christoph Petersen:
„Wer wissen will, wie Deutschland wirklich tickt, sollte einmal an einer Vereinssitzung teilnehmen – oder sich eben alternativ ‚Extrawurst‘ ansehen! Allerdings versucht Regisseur Marcus H. Rosenmüller dabei erst gar nicht, seiner Leinwandadaption des Bühnen-Megahits eine großartig ‚filmische‘ Dimension hinzuzufügen. Stattdessen verlässt er sich ganz auf den Stoff und die Stars – und auch, wenn ihn beides keinesfalls im Stich lässt, wäre da mit mehr Mut zum Kino sicherlich mehr drin gewesen.“
Übrigens: Schon ab dem 26. März 2026 können wir Hape Kerkeling ein zweites Mal in diesem Jahr auf der großen Leinwand erleben, wenn „Horst Schlämmer sucht das Glück“ startet. Den Trailer dazu könnt ihr euch hier ansehen:
Comeback nach 17 Jahren: Im langen Trailer zu "Horst Schlämmer sucht das Glück" lässt Hape Kerkeling seine Kultfigur wieder aufleben