Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ brannte sich nicht zuletzt mit der kompromisslosen, mitreißenden Landungsszene in der Normandie nachhaltig ins kollektive Gedächtnis – und zählt für den Verfasser dieses Artikels auch heute noch zu den besten (Anti-)Kriegsfilmen aller Zeiten. Und doch gibt es vor allem zwei andere Werke innerhalb des Genres, die mich noch weit mehr erschüttern und berühren konnten – und mich nicht nur sprachlos zurückließen, sondern anschließend auch tagelang beschäftigten ...
... und wie es das Schicksal so will, stehen beide gerade kurz davor, in die deutschen Heimkinos zurückzukehren! Neben dem sowjetischen Klassiker „Komm und sieh“, der am 11. Dezember 2025 unter seinem Alternativtitel „Geh und sieh“ neu auf DVD und Blu-ray* erscheint, habt ihr so auch schon drei Wochen zuvor die Gelegenheit, euch einen der auf emotionaler Ebene wohl zerstörerischsten Filme aller Zeiten als limitierte Sammleredition ins Regal zu stellen: Denn „Die letzten Glühwürmchen“ kommt am 21. November als Limited Edition im Steelbook in den Handel:
Nachdem Crunchyroll das Studio-Ghibli-Juwel in der Vergangenheit bereits als handelsübliche Standardvariante in der Remastered-Version* auf DVD und Blu-ray veröffentlicht hat, folgt nun also eine Neuauflage in edler Aufmachung – die sich damit auch gleich als perfektes Weihnachtsgeschenk für alle Anime-Fans anbietet. Eines sei an dieser Stelle allerdings noch einmal ausdrücklich betont: Dieser Film ist nichts für Kinder!
Wer mit dem Ghibli-Game vertraut ist, weiß natürlich längst, dass sich die Filme aus Hayao Miyazakis Animationsfilm-Schmiede auch an ein erwachsenes Publikum richten. Ja, manche der Geschichten mögen zwar auch jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer verzaubern, doch im Falle des international als „Grave Of The Fireflies“ bekannten Kriegsdramas ist es definitiv ratsam, die Kleinen erst einmal außen vor zu lassen. Denn ja, selbst viele Erwachsene haben an der semi-autobiographischen Tour de force durch den Zweiten Weltkrieg, die ihr aktuell auch auf Netflix erleben könnt, ganz schön zu kauen...
Taschentücher bereithalten: Das erwartet euch in "Die letzten Glühwürmchen"
Wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges steht die zu großen Teilen aus Holzhäusern bestehende japanische Stadt Kobe in Flammen. Der 14-jährige Seita hat es gerade noch geschafft, sich und seine kleine Schwester Setsuko in Sicherheit zu bringen. Wie es um ihre Mutter steht, die sich in einem Luftschutzbunker verschanzen musste, wissen die beiden nicht.
Bei einer Anlaufstelle für Überlebende muss Seita schließlich erfahren, dass seine Mama schwerste Verbrennungen erlitten und wohl nicht mehr lange zu leben hat. Er beschließt, Setsuko erst einmal die Wahrheit zu ersparen – bevor die beiden letztlich bei ihrer kaltherzigen Tante unterkommen, die sich allerdings kaum um die Geschwister schert. Also machen sich die beiden auf, um völlig auf sich allein gestellt Hunger, Armut und Krankheit den Kampf anzusagen...
Kriegs- bzw. Antikriegsfilme sollen nicht einfach nur unterhalten und mitreißen, sondern fungieren in erster Linie als Mahnmal. Und damit sie ihren obersten Zweck auch erfüllen, ist es letztlich unabdingbar, sowohl das Grauen auf dem Schlachtfeld ungeschönt zu zeigen als auch die verheerenden Folgen, die die Gesellschaft über Jahre und Jahrzehnte begleiten und letztendlich prägen. Und „Die letzten Glühwürmchen“ ist ein mustergültiges Beispiel in beiderlei Hinsicht.
Regisseur Isao Takahata („Pom Poko“) verzichtet in seinem Film zwar auf allzu ausufernde Schlachten und episches Spektakel, vor allem aber auf Romantisierung und Verklärung. Hungersnot, Bombardierungen und die Gleichgültigkeit, die ein menschliches Leben in Kriegszeiten erfährt, werden so erbarmungslos wie realistisch dargelegt. In Kombination mit der malerischen Bildsprache und visuellen Poesie, wird die Geschichte von Seita und Setsuko zu einer nahezu unvergleichlichen, schmerzlichen Tragödie über den Verlust der kindlichen Unschuld und die unbändige Kraft der Hoffnung, dass es am Ende eines jeden Tunnels doch noch ein wenig Licht gibt. Und sei es nur das eines Glühwürmchens.
Und wo wir gerade bei der Speerspitze des (Anti-)Kriegskinos sind, wollen wir die Gelegenheit auch gleich nutzen, um auf den vielleicht besten Vertreter des Genres überhaupt hinweisen. Und zwar in der ultimativen Fassung:
Der immer noch beste und verstörendste Kriegsfilm aller Zeiten – heute Abend in der wirklich finalen Fassung streamen*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.