Auch wenn es sich bei den mordlüsternen Wesen in „The Elixir“ genau genommen nicht um klassische Untote, sondern um Infizierte handelt, die zu Bestien mutieren, würden wir den Schocker aus Indonesien im weitesten Sinne dann doch als Zombiefilm einordnen. So, wie wir es in der Vergangenheit auch schon mit ähnlichen Genrewerken getan haben.
Nachdem zuletzt beispielsweise erst die jüngste Fortsetzung („28 Years Later“) zu einem absoluten Musterbeispiel dieses Sujets („28 Days Later“) erschienen ist, schlägt nun auch der neueste Horror-Hit aus dem Hause Netflix in jene Kerbe. Dass es darin ganz schön ans Eingemachte gehen würde, zeigte bereits der Trailer zum Film.
Dass es nicht zimperlich zur Sache gehen würde, war klar, denn Kimo Stamboel verantwortete in der Vergangenheit vor allem gemeinsam mit Timo Tjahjanto („The Night Comes For Us“, „Nobody 2“) kompromisslose Genre-Kost am laufenden Band. „Macabre“ ging ebenfalls in die Horror-Richtung, „Killers“ und „Headshot“ blieben vor allem dank knüppelharter Action im Gedächtnis.
In „The Elixir“ scheinen die Tugenden des Indonesiers nun in einem brachialen Terror-Brett zu kulminieren, bei dem sowohl Horror- als auch Action-Fans auf ihre Kosten kommen dürften. Hierzulande stieg der Streifen direkt auf Platz 2 der Netflix-Charts ein – und auch im Rest der Welt wird er fleißig gestreamt. Für alle, die „The Elixir“ bereits von ihrer Watchlist gestrichen haben und nun wie ein nach Frischfleisch gierender Zombie seinen Hunger nach mehr stillen will, haben wir den perfekten Film: „The Sadness“!
Das unfassbar brutale Endzeit-Spektakel aus Taiwan ist aktuell zwar leider in keinem Streaming-Abo enthalten, unter anderem bei Amazon Prime Video aber schon für einen schmalen Taler zu haben – und alternativ auch auf DVD, Blu-ray und 4K-Blu-ray* erhältlich. Natürlich uncut.
"The Sadness": Volldampf-Horror allererster Güte
Ähnlich wie auch in „The Elixir“ erheben sich hier nicht etwa die Toten aus ihren Gräbern. Stattdessen wird Taiwan von einer rätselhaften Seuche heimgesucht, die ihre Opfer in sadistische, sexuell enthemmte Monster ohne Gewissen verwandelt – und das Land in einen urzeitlichen Zustand zurückversetzt, in dem das Recht des Stärkeren gilt. Inmitten dieses Chaos setzt der junge Junzhe (Tzu-Chiang Wang) alles daran, seine Freundin Kai Ting (Regina Lei) zu finden – bevor es zu spät ist...
Auch wenn „The Sadness“ in seinen Grundzügen ein zumindest halbwegs klassisches apokalyptisches Schreckensszenario zeichnet, hebt sich die taiwanesische Schlachtplatte zumindest in einer Hinsicht vom Gros seiner Konkurrenz ab. Denn wo andere längst die Handbremse ziehen würden, dreht „The Sadness“ erst so richtig auf – und mutiert zu einer nihilistischen Gore-Granate, dass einem Hören und Sehen vergeht.
Wer glaubt, in Sachen Splatter schon alles gesehen zu haben, kann hier jedenfalls noch etwas dazulernen. Und ja, das Ganze mag hier im aalglatten Hochglanz-Look daherkommen und deswegen nicht ganz so roh und real wirken wie anderswo (etwa wie in den heiß diskutierten, dokumentarisch angehauchten Kannibalenfilmen der 70er und 80er), doch wenn hier die ungezügelte Aggression erst einmal von der Leine gelassen wird, entfaltet diese dennoch binnen kürzester Zeit eine immense Wucht, die einen geradezu überrollt. Ohne an dieser Stelle zu viel verraten zu wollen: So manch verstörende Bilder – ob nun von Folter, Verstümmelungen oder Körpern, aus denen das Leben mal schleichend, mal schlagartig entweicht – kann man wohl nicht so einfach ungesehen machen…
Wenn ihr nach „The Elixir“ noch ein wenig Zeit auf Netflix zubringen wollt, bieten sich gleich mehrere spannende Neuheiten an – darunter etwa „A House Of Dynamite“ von Kathryn Bigelow oder ein Action-Feuerwerk, das im September erst in den Kinos startete:
Neu auf Netflix: Eine Regie-Legende kehrt nach 8 (!) Jahren zurück – mit einem Thriller, der angsteinflößender als viele Horrorfilme ist!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.