"Ich werde nie so gut sein wie er": Steven Spielberg nennt den einen Regisseur, den er niemals übertreffen wird
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Steven Spielberg ist ohne Zweifel einer der größten Regisseure der Welt. Doch trotz Mega-Hits wie „Jurassic Park“ und Oscar-Erfolgen wie „Schindlers Liste“ glaubt er nicht, dass er jemals zu einer Hollywood-Legende aufschließen kann.

HBO

Steven Spielberg hat wohl nahezu alles erreicht, wovon man als Filmemacher nur träumen kann: Er hat einige der erfolgreichsten und beliebtesten Filme aller Zeiten gedreht – von „Der weiße Hai“ über „E.T.“ bis hin zur „Indiana Jones“-Trilogie oder „Jurassic Park“ –, wurde mit zwei Regie-Oscars ausgezeichnet (für „Schindlers Liste“ und „Der Soldat James Ryan“), und sein Werk ist so bekannt und bedeutend, dass sein Name für viele zum Synonym für den Regisseur schlechthin geworden ist. Kaum zu glauben, dass der 78-Jährige jemals Zweifel an sich und seiner Arbeit hegt.

Doch das ist schon öfter vorgekommen, als man denkt. Nachdem er ein ganz bestimmtes 70er-Jahre-Meisterwerk gesehen hatte, war er nach eigenen Aussagen dermaßen „überwältigt“, dass er mit dem Gedanken spielte, seine noch junge Karriere direkt wieder an den Nagel zu hängen – wie sollte es ihm schließlich jemals gelingen, etwas ebenbürtig Grandioses zu erschaffen?

Und auch zu einem anderen Filmemacher wird Spielberg niemals vollends aufschließen können – glaubt er zumindest selbst. Die Rede ist von William Wyler, für den der „A.I.“-Schöpfer grenzenlose Bewunderung empfindet – und der noch immer einen Oscar-Rekord sein Eigen nennen kann: Zwölf Mal wurde die Hollywood-Legende als Bester Regisseur nominiert – öfter als jeder andere, inklusive Spielberg, der „nur“ neun Mal auf die begehrte Trophäe hoffen konnte. Drei Mal hat Wyler sie dann auch gewonnen: 1943 für „Mrs. Miniver“, 1947 für „Die besten Jahre unseres Lebens“ (für Tom Hanks übrigens der beste Film über den Zweiten Weltkrieg!) und 1960 für „Ben Hur“.

Ben Hur
Ben Hur
Starttermin 14. Oktober 1960 | 3 Std. 32 Min.
Von William Wyler
Mit Charlton Heston, Stephen Boyd, Jack Hawkins
Pressekritiken
4,0
User-Wertung
4,3
Filmstarts
5,0

2018 hat Steven Spielberg in einem Interview mit der Herald Times darüber gesprochen, was genau er an Wyler so unglaublich schätzt: „[...] Zu meinen Lieblingsregisseuren gehört William Wyler, denn er ist nie zweimal dieselbe Schiene gefahren. Ich habe jene Regisseure immer bewundert, die sich stilistisch vollkommen neu erfinden konnten.

Von ‚Mrs. Miniver‘ zu ‚Ben Hur‘ zu gelangen, von ‚Der weite Himmel‘ zu ‚Funny Girl‘ – das habe ich enorm bewundert. Ich habe zu den Regisseuren, die ich nicht in eine Schublade stecken konnte, immer aufgesehen. Ich werde nie ein so guter Regisseur wie William Wyler sein, aber so vielseitig zu sein wie er – das war immer etwas, das ich mir gewünscht habe.“

So vielseitig ist Steven Spielberg

Ob Spielberg so gut ist wie William Wyler, darüber lässt sich wahrscheinlich streiten (die meisten würden diese Frage sicherlich mit Ja beantworten) – dass er aber mindestens genau so vielseitig ist, darüber gibt es wohl keinen Zweifel. Dazu genügt schon ein Blick auf die Einträge, die in den letzten 10 Jahren zu seiner Filmografie hinzugekommen sind: ein in Zusammenarbeit mit den Coen-Brüdern entstandener Spionage-Thriller („Bridge Of Spies“), ein Fantasy-Abenteuer nach Roald Dahl („BFG – Friendly Giant“), eine Liebeserklärung an investigativen Journalismus („Die Verlegerin“), ein Sci-Fi-Actioner über virtuelle Realitäten („Ready Player One“), ein Musical-Remake („West Side Story“) und ein autobiografisches Drama („Die Fabelmans“).

Doch vor allem 1993 ist ihm etwas Einzigartiges gelungen: im Abstand von gerade einmal sechs Monaten einen neue Maßstäbe setzenden Mega-Blockbuster („Jurassic Park“) und ein mehrfach oscarprämiertes filmisches Holocaust-Mahnmal („Schindlers Liste“) in die Kinos zu bringen. An zwei so grundverschiedenen Filmen parallel zu arbeiten, war jedoch alles andere als leicht für Spielberg. Wie ihm „Star Wars“-Schöpfer George Lucas damals zur Seite stand, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Ich stecke in Schwierigkeiten": So hat "Star Wars"-Schöpfer George Lucas einen der größten Blockbuster von Steven Spielberg gerettet

Ein ähnlicher Artikel ist zuvor bereits auf auf unserer spanischen Schwesternseite Espinof.com erschienen.

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