Noch besser als "Avatar": Heute Abend könnt ihr ein sträflich unterschätztes Sci-Fi-Epos von James Cameron streamen
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Fasziniert und berührt werden, aber auch ein stückweit über sich selbst erfahren – darin besteht für Daniel die Magie des Kinos.

„Avatar: The Way Of Water“ ist auf visueller Ebene eine Kino-Revolution – und strotzt nur so vor Bildern, wie man sie noch nie gesehen hat. Was viele aber nicht wissen: Etwas Ähnliches hat James Cameron bereits vor vielen Jahren vollbracht…

13 Jahre nach „Avatar - Aufbruch nach Pandora“ hatte das Warten auf die Fortsetzung des erfolgreichsten Films aller Zeiten 2022 endlich ein Ende. Doch „Avatar: The Way Of Water“ bedeutet nicht nur eine Rückkehr nach Pandora, sondern auch zu den Wurzeln von Regisseur James Cameron.

Der teilt seit jeher eine Faszination, ja, fast schon eine Obsession für Wasser. Schon sein erster Spielfilm spielte im bzw. am kühlen Nass – und auch wenn „Piranha II - Fliegende Killer“ am Ende eher als trashiges Kuriosum in Erinnerung blieb, wird schon in dem Low-Budget-Tierhorror deutlich, dass Cameron bereits in jungen Jahren versuchte, das Wasser als Setting auf neue Weise zu nutzen.

Er inszeniert Wasser sowohl als bedrohliche Naturgewalt („Titanic“) wie auch als Lebenselixier („Avatar 2“) – und strebt seit Jahrzehnten danach, die Kraft des Wassers für das Kinopublikum greifbarer zu machen. Das vielleicht sogar eindrucksvollste Beispiel ist dabei allerdings der wohl mit Abstand unbekannteste Kinofilm der Regie-Legende: Das Sci-Fi-Abenteuer „Abyss - Abgrund des Todes“ um eine Rettungsmission in den Tiefen des Ozeans – das ihr mittlerweile auf 4K-Blu-ray* bekommt, aber auch einfach bei Disney+ streamen könnt:

"Abyss - Abgrund des Todes": Das schwarze Schaf unter den Cameron-Filmen

Während James Cameron für Kult-Klassiker wie „Aliens“, „Terminator“ und „Terminator 2“ sowie natürlich „Titanic“ und die „Avatar“-Filme bekannt ist, fristet „The Abyss“ ein Außenseiterdasein. Das Sci-Fi-Epos spülte 1989 nur knapp 90 Millionen Dollar in die weltweiten Kinokassen, war damit Cameron-untypisch kein finanzieller Überflieger – und gilt verglichen mit seinen großen Klassikern bis heute als Geheimtipp.

Abyss - Abgrund des Todes
Abyss - Abgrund des Todes
Starttermin 28. September 1989 | 2 Std. 45 Min.
Von James Cameron
Mit Ed Harris, Mary Elizabeth Mastrantonio, Michael Biehn
Pressekritiken
4,0
User-Wertung
4,1
Filmstarts
4,5
Auf Disney+ streamen

Zum Vergleich: Auf der Filmbewertungsplattform Letterboxd hält der Film aktuell bei nur knapp 140.000 Stimmen, während der erst vor wenigen Jahren erschienene „The Way Of Water“ bereits fast zwei Millionen vorweisen kann. Tendenz steigend. In Sachen Bekanntheitsgrad bildet „The Abyss“ damit ganz klar das Schlusslicht im ultimativen Cameron-Ranking, wenn man dessen Kinofilme aus den letzten 40 Jahren zusammenfasst. Das zeigt sich auch auf dem Heimkinomarkt:

„The Abyss“ war lange nicht im Streaming erhältlich, die DVD lange Zeit vergriffen und eine Auswertung in HD oder UHD ließ lange auf sich warten. Mittlerweile könnt ihr des ebenso mitreißende wie bildgewaltige Spektakel aber in bester Qualität erleben. Und es lohnt sich.

"The Abyss": Einer der aufwändigsten Filmdrehs aller Zeiten macht sich bezahlt

Der Film mag bereits 36 Jahre auf dem Buckel haben, die Dreharbeiten zählen allerdings bis heute zu den spektakulärsten der Filmgeschichte. Der Aufwand, den Cameron und sein Team einst betrieben haben, um ein möglichst authentisches Tiefsee-Spektakel zu bieten, verlangte allen Beteiligten alles ab – wie in der immer wieder sprachlos machenden Making-of-Doku „Under Pressure: The Making Of The Abyss“ mehr als deutlich wird. Nur so viel sei verraten: An einem Punkt begann ein Großteil der Crew plötzlich zu erblonden oder gar seine Haare zu verlieren!

Ein visueller Rausch mit „Avatar“-Note Disney und seine verbundenen Unternehmen
Ein visueller Rausch mit „Avatar“-Note

„Abyss - Abgrund des Todes“ ist ein Paradebeispiel für visuelles Filmemachen. Nicht nur sorgte James Cameron bereits damals mit bahnbrechenden Spezialeffekten (für die es übrigens einen Oscar gab) für offene Münder. Er betreibt darin auch bildliches Storytelling in Perfektion. Wie hier die Spannung immer wieder sukzessive aufgebaut wird, während es kaum Dialoge gibt, ist ganz großes Kino der alten Schule – und würde selbst als Stummfilm noch hervorragend funktionieren. Wobei darunter wohl das Spiel des herausragenden Casts rund um Mary Elizabeth Mastrantonio, Ed Harris und Michael Biehn leiden würde…

Übrigens: Fans von „Avatar“ und „Avatar 2“ dürften in „The Abyss“ große Parallelen zu den Pandora-Abenteuern entdecken – vor allem visueller Natur. Wir wollen an dieser Stellen freilich nicht zu viel verraten – wie bereits erwähnt, dürften selbst viele Cameron-Fans den „Abgrund des Todes“ noch nie hinabgetaucht sein –, doch gerade in Sachen Design trägt der Film ganz klar die unverkennbare Handschrift James Camerons.

Ob sich auch im Falle des am 17. Dezember startenden „Avatar: Fire And Ash“ ein Kinobesuch lohnt? Die ersten Pressestimmen geben schon einmal ein Stück weit Aufschluss darüber:

Wie gut ist "Avatar 3: Fire And Ash"? Die ersten Stimmen zum Sci-Fi-Blockbuster von James Cameron sind da!

*Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung. Dieser Artikel basiert auf einem bereits auf FILMSTARTS erschienenen Beitrag.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren