Bei den weiterhin im Kino laufenden Hits „Avatar: Fire And Ash“ und „Zoomania 2“ wird sicherlich noch die eine oder andere Million hinzukommen – doch nach jetzigem Stand ist nicht etwa ein Hollywood-Blockbuster der erfolgreichste Film des Jahres 2025, sondern der chinesische Animationsfilm „Ne Zha 2“, der es auf eindrucksvolle 2,15 Milliarden US-Dollar brachte. Doch wie sahen eigentlich die Kinocharts vor 30 Jahren aus?
Diese Filme waren 1996 besonders erfolgreich
Angesichts der anhaltenden Dominanz von Fortsetzungen, Remakes und Franchise-Stoffen lässt sich ziemlich klar sagen: anders! In der nach heutigen Maßstäben erstaunlich vielseitigen Top 10 der umsatzstärksten Filme des Jahres 1996 finden sich ein Actioner mit Arnold Schwarzenegger („Eraser“), mehrere Komödien („Jerry Maguire“, „Der verrückte Professor“), ein Rachethriller mit Mel Gibson („Kopfgeld – Einer wird bezahlen“), zwei Disney-Produktionen (das Live-Action-Remake von „101 Dalmatiner“ und das Animations-Abenteuer „Der Glöckner von Notre Dame“) sowie „The Rock – Fels der Entscheidung“ von Michael Bay.
Auf dem dritten Platz steht die erste Kino-Version von „Mission: Impossible“, Rang 2 ging an den Katastrophenfilm „Twister“. Doch an einem Titel kam nichts und niemand vorbei: „Independence Day“!
Roland Emmerich machte mit seiner Zerstörungsorgie nicht nur Will Smith endgültig zum Leinwand-Star, sondern setzte auch völlig neue Maßstäbe fürs Event-Kino. „Independence Day“ wurde als globales Großereignis vermarktet, getragen von ikonischen Werbemotiven, die als Versprechen fungierten und sich unauslöschlich ins kollektive Gedächtnis einbrannten – allen voran natürlich das Weiße Haus, das von einem gigantischen Raumschiff zerstört wird.
Das Konzept – Aliens greifen die Erde an, die Menschheit schlägt zurück – war simpel, zwingend und über sämtliche Länder- und Kulturgrenzen hinweg leicht vermarktbar. Auch der Kinostart wurde strategisch gewählt: „Independence Day“ kam am 3. Juli 1996 auf die US-Leinwände, also einen Tag vor dem titelgebenden amerikanischen Unabhängigkeitstag. All diese Faktoren sorgten für den Eindruck, dass es sich bei dem 75 Millionen Dollar schweren Spektakel um nicht weniger als einen Pflichttermin handelte, den man auf keinen Fall verpassen durfte.
Die Rechnung ging auf: Mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 817 Millionen US-Dollar wurde „Independence Day“ zum größten Hit des Jahres – und auch zum bis dahin nach „Jurassic Park“ zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten. Allein in Deutschland strömten über 9,2 Millionen Zuschauer*innen in die Lichtspielhäuser, um zu sehen, wie es Will Smith und Jeff Goldblum mit destruktionswütigen Außerirdischen auf sich nehmen.
In den deutschen Top 10 stand übrigens im selben Jahr auch ein Film, der im Gegensatz zu „Independence Day“ längst in Vergessenheit geraten ist. Um welches Werk es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:
Dieser auf wahren Begebenheiten basierende Film lockte in Deutschland fast 3,5 Millionen Zuschauer in die Kinos – trotzdem ist er 30 Jahre später fast vergessen!