Nur 3 Monate nach Kinostart bei Disney+: Ein Superstar in einem der ungewöhnlichsten Musikfilme der letzten Jahre
Björn Becher
Björn Becher
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Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

Mit „Springsteen: Deliver Me From Nowhere“ ist ab sofort ein Musikfilm bei Disney+ verfügbar, der bewusst mit Biopic-Konventionen bricht. Statt einer Karriere-Zusammenfassung erzählt er ein einzelnes, prägendes Kapitel im Leben von Bruce Springsteen.

Das klassische Musik-Biopic folgt meist einem festen Baukasten: schwierige Kindheit, kometenhafter Aufstieg, Absturz, Comeback – und ein triumphales Konzertfinale. „Springsteen: Deliver Me From Nowhere“ weicht eindeutig von diesem Weg ab. Regisseur Scott Cooper erzählt keinen Abriss einer Weltkarriere, sondern konzentriert sich auf ein kurzes, entscheidendes Zeitfenster im Leben von Bruce Springsteen. Das könnt ihr ab sofort auf Disney+ streamen. Fast auf den Tag genau drei Monate nach dem Kinostart am 23. Oktober 2025 gibt es „Springsteen: Deliver Me From Nowhere“ jetzt im Streaming-Abo:

Der Film spielt im Jahr 1981 – zwischen den gigantischen Erfolgen von Springsteens Alben „The River“ und „Born In The U.S.A.“. Statt einer weiteren Stadionhymne entstand hier „Nebraska“, ein minimalistisches, düsteres Album, das der Musiker allein, nachts und im eigenen Schlafzimmer aufnahm.

Kreative Krise statt Rockstar-Mythos

„The Bear“-Superstar Jeremy Allen White spielt so einen von Erschöpfung, Depressionen und inneren Konflikten geprägten Rocker, der sich gegen die Erwartungen an ihn stellen muss. Plattenfirmenboss Al Teller (David Krumholtz) drängt auf neues, massentaugliches Material. Springsteens Manager Jon Landau (Jeremy Strong) versucht derweil, seinen Freund zu beschützen – künstlerisch wie menschlich.

Springsteen zieht sich in ein abgelegenes Haus in New Jersey zurück, schreibt Songs über Gewalt, Schuld und familiäre Traumata und verarbeitet darin vor allem die schwierige Beziehung zu seinem Vater („Adolescene“-Star Stephen Graham).

Jeremy Allen White als Mensch, nicht als Denkmal

Im Zentrum steht so Jeremy Allen White, der Springsteen nicht nur stimmlich überzeugend verkörpert. Entscheidend ist etwas anderes. Dank dem Schauspieler erleben wir über weite Strecken nicht die Musik-Legende Springsteen, sondern den Menschen Bruce.

White erfüllt so die klassischen Biopic-Anforderungen – inklusive Gesang – geht aber darüber hinaus. In seinem Spiel wird der innere Schmerz sichtbar, den der Film nicht immer explizit ausformuliert. Gerade weil Cooper die Depressions-Thematik eher andeutet als ausstellt, hängt vieles an Whites nuanciertem Spiel.

Viele Stärken, kleine Schwächen – und ein klarer Fokus

Ganz frei von Klischees bleibt der Film nicht. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik weise ich bereits daraufhin, dass einzelne Momente „aus dem Musik-Biopic-Klischee-Handbuch“ stammen und will das auch hier nicht unterschlagen. Da werden zum Beispiel innere Erkenntnisse visuell allzu deutlich markiert werden oder bekannte Songs kurzzeitig wie Pflichtübungen eingebaut.

Trotzdem überwiegt für mich klar der positive Eindruck. Dass „Deliver Me From Nowhere“ trotz dieser kleineren Schwächen ein durchweg sehenswerter Film bleibt, ist dabei nicht nur White, sondern auch seinem Co-Star Jeremy Strong zu verdanken. Dieser spielt Jon Landau als emotionalen Gegenpol, der dem Film eine zweite Perspektive verleiht – und ihm erlaubt, neben der Schwere auch leichtere, teils sogar humorvolle Momente zuzulassen.

Daher gibt es eine klare Empfehlung von uns jetzt „Springsteen: Deliver Me From Nowhere“ auf Disney+ nachzuholen. Falls ihr euch noch intensiver mit dem Film beschäftigen wollt, sei euch auch noch unser Interview mit Regisseur Scott Cooper empfohlen:

"Bruce hatte Tränen in den Augen": Der "Springsteen: Deliver Me From Nowhere"-Regisseur im Interview über eine emotionale Reaktion auf seinen Film

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