Angefangen bei seinem unter die Haut gehenden 9/11-Film „Flug 93“ über die Entführung der MV Maersk Alabama durch somalische Piraten in „Captain Phillips“ bis hin zu „22. Juli“, in dem er den verheerenden Terroranschlag beleuchtet, mit dem Anders Breivik im Jahr 2011 Norwegen und die Welt erschütterte: Ja, Paul Greengrass inszenierte – jedenfalls wenn es nach dem Verfasser dieses Artikels geht – zwar einen der besten Agentenfilme aller Zeiten („Das Bourne Ultimatum“), vor allem ist der Engländer aber wohl für seine durch Mark und Bein gehenden Thriller bekannt, die auf wahren Geschichte basieren.
Demnach ist es auch nur folgerichtig, dass sich Greengrass fünf Jahre nach „Neues aus der Welt“ auch mit einem solchen zurückmeldet: „The Lost Bus“ dreht sich um den verheerendsten Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens, der als „Camp Fire“ in die Geschichte einging und zwischen dem 8. und 25. November 2018 85 Menschenleben forderte, mehr als 18.000 Gebäude zerstörte – und nicht zuletzt mit der dramatischen Flammenfahrt eines Schulbusses weltweit für Schlagzeilen sorgte. Eben jene Fahrt wurde zunächst im Sachbuch „Paradise: One Town's Struggle To Survive An American Wildfire“ festgehalten, das wiederum als Vorlage für Greengrass' Film diente. „The Lost Bus“ feierte am gestrigen 3. Oktober seine Premiere bei Apple TV+ – und entwickelte sich dort binnen kürzester Zeit zum meistgeschauten Film auf der Plattform (die ihr mittlerweile übrigens auch als Channel bei Amazon Prime Video nutzen könnt).
Der Katastrophenfilm konnte sich innerhalb eines Tages in sage und schreibe 102 Ländern an die Spitze der Filmcharts bei Apple TV+ setzen. Das sind sämtliche Regionen weltweit, deren Daten das Auswertungsportal Flixpatrol erfasst. Zugegeben, im Gegensatz zu etwa Netflix erscheint beim Apfelkonzern nur ein Bruchteil an neuen Filmen und Serien, sodass eigentlich kein größerer, prominent besetzter Film Probleme hat, Platz 1 zu erobern. Dass „The Lost Bus“ aber nirgends auch nur auf dem zweiten Platz oder noch weiter hinten zu finden ist, zeugt von immensem Interesse an der Verfilmung der dramatischen Ereignisse von vor sieben Jahren. Und auch unser Autor Lutz Granert spricht eine klare Empfehlung aus.
"The Lost Bus": Realismus trifft Spektakel
In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik wird „The Lost Bus“ unter anderem als „Apples flammende Antwort auf ‚Speed‘“ beschrieben und mit starken 4 von 5 möglichen Sternen bedacht. Während Hauptdarsteller Matthew McConaughey wie immer zu überzeugen weiß, heißt es im Fazit außerdem:
Der Katastrophen-Thriller mit ausgeprägten Realismus-Anspruch entwickelt eine sogartige und – im doppelten Wortsinn – knisternde Spannung.
Der Autor dieses Artikels war von dem Streifen am Ende zwar nicht ganz so angetan, möchte allen, denen es mit dem Film ähnlich ging, an dieser Stelle aber zumindest noch eine Empfehlung mit auf den Weg geben. Warum ihn „No Way Out - Gegen die Flammen“ von „F1“- und „Tron: Legacy“-Macher Joseph Kosinski vor allem auf emotionaler Ebene wesentlich mehr mitnahm als das McConaughey-Vehikel, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel, den wir anlässlich einer TV-Ausstrahlung veröffentlicht haben:
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