Streaming-Tipp mit Gänsehaut-Garantie: In dieser Stephen-King-Verfilmung wird ein Hotelbesuch zum absoluten Horrortrip!
Monta Alaine
Monta Alaine
Bereits jung von ihrem Vater an Klassiker wie "Taxi Driver" und "Clockwerk Orange" herangeführt stand fest: Film sollte es sein. Nach diversen Stops in der Branche gilt ihre Liebe auch heute noch Hollywood-Kino à la Nolan und raffinierten Arthouse-Filmen.

Wer in „Zimmer 1408” eincheckt, kommt für gewöhnlich nicht mehr raus. John Cusacks klaustrophobischen Ritt zwischen Spuk und Wahnsinn bekommt ihr auf Amazon Prime Video im Stream.

Wohl kaum ein Autor wurde so viel (und so erfolgreich!) verfilmt wie Grusel-Legende Stephen King – von Klassikern wie „Shining”, „ES” oder „Carrie” bis hin zu neueren Adaptionen wie „The Long Walk - Todesmarsch” oder „The Life Of Chuck” schafften es bislang rund 80 seiner Romane und Kurzgeschichten auf die große Leinwand.

Nicht selten sind bei King Gegenstände, Häuser, Räume der Ursprung des Bösen: Autos in „Christine" oder in „Der Buick”, ein Haus in „Das Haus der Verdammnis” und natürlich ein ganzes Hotel in „Shining”. Auch in der Kurzgeschichte „Zimmer 1408”, die 2002 in seinem Band „Im Kabinett des Todes”* veröffentlicht wurde, ist es ein Hotelzimmer, das seinen Gast das Fürchten lehrt – konkret ist dies Mike Enslin, gespielt von John Cusack, der als Autor angebliche Spukorte besucht und über diese schreibt.

Die Verfilmung dieser zählt zu den gelungensten Stephen-King-Adaptionen und bietet den ein oder anderen wohligen Grusel-Moment für Fans der gepflegten Schauer-Unterhaltung. Aktuell findet ihr sie als Kauf- oder Leihoption auf Amazon Prime Video – alternativ könnt ihr euch auch die Blu-ray* holen, auf der ihr neben den üblichen Audiokommentaren auch entfallene Szenen im Bonusmaterial findet.

Willkommen in Zimmer 1408

Der Schriftsteller Mike Enslin (John Cusack) verdient sein Geld damit, heimgesuchte Orte zu besuchen und darüber zu berichten. Er glaubt nicht an Geister, sondern lediglich an die Verkaufszahlen seiner Bücher – die ebenfalls besser sein könnten. Als er von dem New Yorker Hotel „Dolphin” erfährt, in dessen Zimmer 1408 bereits Dutzende Gäste gestorben sind, wittert er darin seine nächste Geschichte – und bezieht das Zimmer trotz der eindringlichen Warnungen des Hotelmanagers Gerald Olin (Samuel L. Jackson).

Schon bald wird ihm klar: Hier geht es tatsächlich nicht mit rechten Dingen zu. Das Radio verselbständigt sich und dudelt „We’ve Only Just Begun”, die Uhr zählt einen Countdown von 60 Minuten herunter – und das Zimmer gibt alles, Mike in diesen 60 Minuten an den Rand seiner Nerven zu treiben.

„Zimmer 1408” funktioniert dabei nicht über Blutströme und große Effekte, sondern vielmehr über Feinheiten auf Ton- und Bildebene. Dabei wird erzählerisch wie auch filmisch alles rausgeholt, was so ein einzelner Raum eben hergeben kann: Niedersausende Fenster, eine Klimaanlage mit Eigenleben, Jump-Cuts im Spiegel, Spiegelungen, Schreie die wahlweise erklingen oder verstummen, aus dem Fenster springende Projektionen – hier wird wirklich nichts, aber auch gar nichts, unversucht gelassen, sowohl Mike Enslin als auch das Publikum immer weiter mit Schockmomenten aufzupeitschen.

Albtraum auf engstem Raum

Wie gut man Klaustrophobie und Eingesperrtsein durchexerzieren kann, zeigen u.a. Filme wie „Inside” und „Locked” – auch ganz ohne übernatürlichen Einfluss. In „Zimmer 1408" wird Enslins psychologisches Trauma geschickt mit der bösen Absicht des Zimmers verdichtet: Er hat einige Monate zuvor seine Tochter verloren, und natürlich nutzt das Hotel diese Wunde gnadenlos aus.

Bisweilen ertrinkt „Zimmer 1408” im Effekt-Overkill – ein Loop oder eine Temperaturveränderung weniger hätten dem Film vielleicht gutgetan. Dennoch funktioniert das Spiel mit Wahrnehmung, Paranoia und Trauer am Ende überzeugend gut – nicht zuletzt dank John Cusack, der den kompletten Film fast im Alleingang trägt.

Welches Stephen-King-Werk ist als nächstes im Kino anschauen könnt, erfahrt ihr übrigens hier:

Nach "The Long Walk": Stephen-King-Horror über eine sprechende Ratte (?!) soll verfilmt werden

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