Diese starbesetzte Literaturverfilmung ist völlig in Vergessenheit geraten – 14 Jahre später wurde der Stoff zum oscarprämierten Kino-Hit!
Melina Albandopulos
Melina Albandopulos
-Freie Autorin
Mit Disney begann ihre Liebe zu Filmen. Auf der nicht kürzer werdenden To-Watch-List befindet sich aber alles – von Musical bis Western.

Stars wie Liam Neeson oder Uma Thurman in der opulenten Adaption eines literarischen Klassikers? Klingt, als müsse man von diesem Film schon einmal gehört haben! Tatsächlich ist das Ergebnis aber längst vergessen.

Die späten 1990er brachten zahlreiche Blockbuster hervor, die heute noch immer zeitlose Klassiker sind: „Titanic“ (1997), „Der Soldat James Ryan“ (1998) oder „Notting Hill“ (1999) sind nur wenige von vielen Beispielen. Ein Film hat es aber nicht auf den Olymp der Erfolgsfilme dieser Zeit geschafft – und das, obwohl er durchaus das Potenzial dazu gehabt hätte!

Bei dem Titel „Les Misérables“ – zu Deutsch „Die Elenden“ – denkt man vermutlich in erster Linie an Tom Hoopers Musical von 2012, für das Anne Hathaway dank ihrer emotionalen Performance mit dem Oscar als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde. Doch der gleichnamige, im Jahr 1862 verfasste Monumentalroman von Victor Hugo wurde schon etliche Male verfilmt.

Eine Version stammt dabei aus dem Jahr 1998. Noch nichts davon gehört? Damit seid ihr nicht allein. Der Film von Regisseur Bille August, unter anderem bekannt für „Pelle, der Eroberer“ (1987), ist völlig in Vergessenheit geraten. Auch das Einspielergebnis von rund 14 Millionen US-Dollar war nicht gerade rosig – und das trotz bekannter Gesichter.

Les Misérables
Les Misérables
Starttermin 24. Dezember 1998 | 2 Std. 39 Min.
Von Bille August
Mit Liam Neeson, Geoffrey Rush, Uma Thurman
User-Wertung
3,3

„Schindlers Liste“-Star Liam Neeson schlüpfte in die Hauptrolle des ehemaligen Sträflings Jean Valjean, der von dem fanatischen Polizeiinspektor Javert verfolgt wird – gespielt von Geoffrey Rush, der hier bereits vor seiner legendären Darstellung des Captain Barbossa in „Fluch der Karibik“ bewies, dass er das Zeug zum Bösewicht hat.

Claire Danes als Cosette tauschte – wie schon in „William Shakespeares Romeo & Julia“ (1996) – verliebte Blicke mit ihrem Love Interest aus, dem jungen Revolutionär Marius (Hans Matheson). Zudem ist Uma Thurman mit von der Partie, die damals mitten in ihrer Glanzzeit war – genau zwischen „Pulp Fiction“ (1994) und „Kill Bill“ (2003). In „Les Misérables“ überzeugte sie in der Rolle der unglücklichen Fantine, die Anne Hathaway später zu ihrem Academy Award verhalf.

Den Film könnt ihr euch übrigens mit dem Amazon-Prime-Video-Channel BATTLEZONE ansehen. Für Prime-Video-Abonnent*innen ist das mit einem 7-tägigen Probeabo sogar völlig kostenlos:

Die Kritiken fielen ziemlich solide aus – wohl auch aufgrund der düsteren Ausstattung und der opulenten Kostüme. Auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes erreicht die Literaturverfilmung gute 77 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen. Aber worum geht’s eigentlich?

Schauplatz ist Frankreich im 19. Jahrhundert. Der entlassene Sträfling Valjean will ein neues Leben anfangen. Er verspricht der todkranken Fantine, sich um ihre Tochter Cosette zu kümmern, und zieht mit ihr nach Paris. Doch Javert verfolgt ihn unentwegt. Sein einziges Ziel: den Sträfling wieder hinter Gitter zu bringen. Dann brechen auch noch die Barrikadenkämpfe in Frankreichs Hauptstadt aus, und die inzwischen erwachsene Cosette verliebt sich in einen der Revolutionäre. Valjean erkennt, dass er nicht ewig vor seiner Vergangenheit wegrennen kann.

So unterscheidet sich der Film vom Buch und dem Musical

Bille August legte den Fokus vor allem auf den Konflikt zwischen Valjean und Javert und kürzte die Handlung drastisch ein, sodass sie in einen rund zweistündigen Hollywood-Film passt. Aber das ist bei Adaptionen von über 1000-seitigen Buchvorlagen natürlich zwangsläufig immer der Fall.

Auch in der populäreren Musical-Variante wurden bestimmte Erzählstränge zugunsten einer kinotauglichen Lauflänge eingespart. Doch es gibt einen großen Unterschied zwischen den beiden Verfilmungen: August ließ zwei wichtige Personen ganz weg – in der Version von 2012 kommen sie jedoch vor. Eponine, die Tochter der geldgierigen Wirtsleute, bei denen Cosette lebt, sowie Enjolras, der Anführer der Studentenbewegung, fehlen in der Fassung von 1998 vollständig.

Einen ungleich erfolgreicheren Film brachte Bille August übrigens fünf Jahre vor „Les Misérables“ ins Kino – der trotz seiner Starbesetzung aber mittlerweile ebenfalls in Vergessenheit geraten ist. Um welchen Film es geht, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

Diese starbesetzte Bestseller-Verfilmung hatte allein in Deutschland fast 4 (!) Millionen Zuschauer – trotzdem ist sie völlig in Vergessenheit geraten!

*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren