Nicht einmal ein halbes Jahr nach Guillermo del Toros Netflix-Blockbuster, der aktuell für neun Oscars nominiert ist, kommt nun direkt der nächste „Frankenstein“-Film in die Kinos. Allerdings braucht niemand Angst haben, einfach nur mehr vom selben serviert zu bekommen: „The Bride! – Es lebe die Braut“ (Trailer siehe oben) mit Jessie Buckley und Christian Bale ist eine tragische Gothic-Romanze, swingende Ausstattungs-Extravaganz, feministische Wutrede, Liebeserklärung an das klassische Hollywood-Kino und surreale Halluzination in einem.
Mit diesem vogelwilden Mix stößt Regisseurin Maggie Gyllenhaal („Frau im Dunkeln“) garantiert jedem auf irgendeine Art vor den Kopf – und gerade das ist die Stärke des Films (» zur ausführlichen FILMSTARTS-Kritik).
Nachdem „Elio“ im vergangenen Jahr noch an den Kinokassen abgesoffen ist, sieht es für „Hoppers“ (» zur ausführlichen FILMSTARTS-Kritik) sehr viel besser aus. Allein in den USA wurden fürs erste Wochenende 45 bis 50 Millionen Dollar prognostiziert – für einen originalen Animationsfilm ein starker Auftakt. Dazu kommen 97 Prozent positive Wertungen bei Rotten Tomatoes. Da scheint ein Studio langsam zu alter Stärke zurückzufinden – bis dann bereits in wenigen Monaten „Toy Story 5“ sowieso alles abräumen wird.
Ein verdienter Goldener Bär
Zum ersten Mal seit Fatih Akıns „Gegen die Wand“ ging der Goldene Bär für den besten Film der Berlinale in diesem Jahr an einen deutschen Film: Nachdem sein vorheriger Film „Das Lehrerzimmer“ für den Oscar nominiert wurde, erzählt Regisseur İker Çatak in „Gelbe Briefe“ von einer Theater-Schauspielerin (Özgü Namal) und einem Dramaturgie-Professor (Tansu Biçer), die wegen ihrer kritischen Haltung gegen das autokratische System ihre Jobs verlieren. Der Druck wird auch im Anschluss immer nur noch größer, bis sich die Frage stellt: Haltung zeigen oder ihr Ehe retten?
Ein besonderer Kniff dabei: Obwohl „Gelbe Briefe“ in Ankara und Istanbul spielt, wurde er in Berlin und Hamburg gedreht – und daraus wird nicht nur kein Geheimnis gemacht, es wird sogar im Film eingeblendet: „Berlin als Ankara“ und „Hamburg als Istanbul“. Diese örtliche Abstraktion verleiht der Geschichte noch mal einen ganz anderen universellen Anspruch.
Wir haben zum Kinostart ein ausführliches Interview mit İker Çatak geführt.
Ein Superstar tritt hinter die Kamera
Mit „Twilight“ gelang ihr der Aufstieg zum weltweiten Superstar. Im Anschluss hat sich Kristen Stewart trotz Filmen wie „3 Engel für Charlie“ vor allem als Indie-Ikone etabliert – etwa in Meisterwerken wie „Certain Women“ von Kelly Reichardt oder „Personal Shopper“ von Olivier Assayas. Beim letztjährigen Filmfestival in Cannes wurde zudem Stewarts Langfilm-Regiedebüt „The Chronology Of Water“ uraufgeführt – und obwohl es bei keinem anderen Film so schwierig war, ein Ticket zu bekommen, haben wir es doch noch geschafft und waren tatsächlich ziemlich begeistert (» zur ausführlichen FILMSTARTS-Kritik).
Jetzt startet „The Chronology Of Water“ regulär in den deutschen Kinos, wo es deutlich leichter sein wird, an eine Karte zu gelangen. Allerdings sollte man womöglich nicht einfach blind hineinrennen, so lautet unser Fazit: „Eine kongeniale Verfilmung der Autobiografie von Lidia Yuknavitch – roh, wütend, ehrlich, poetisch, fragmentarisch, überfordernd und zerbrechlich. Sicherlich nicht für jeden, womöglich sogar nur für (sehr) wenige, aber man spürt einfach, dass dieser Film nach acht Jahren Arbeit genau so aus Kristen Stewart heraus und auf die Leinwand musste.“