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Al Pacino

Familienstand

Geburtsname Alfredo James Pacino
Nationalität Amerikanischer
Geburtstag 25. April 1940
Alter 77 Jahre alt

Biographie

Als Al Pacino 2007, vier Jahre nach seinem Schauspielkollegen Robert De Niro, vom American Film Institute den Preis für sein Lebenswerk erhielt, scherzte Moderator Robin Williams, er verwechsle beide Filmografien deshalb so oft, weil sie sich sehr ähnelten: „If you put Robert De Niro in a dryer, you get Al Pacino!“ Denn wie bei dem berühmten Method Actor De Niro handelt es sich auch beim 1,70 Meter großen Pacino um einen gebürtigen New Yorker italienischer Abstammung und hochgelobten Absolventen des Actors Studios, der in den 1970er Jahren zu einem Aushängeschild für das New Hollywood-Kino wurde. Im Unterschied zu De Niro hat sich der vielfach prämierte Pacino, der für sein mal subtiles, mal explosives Spiel bekannt ist, aber nicht nur als einer der wandlungsfähigsten Charakterdarsteller des amerikanischen Kinos bewährt, sondern auch als ein ambitionierter Theater- und Fernsehmime profiliert.

Vom Platzanweiser auf die Bühne und weiter auf die Leinwand

Alfredo James Pacino ist der Sohn einer Hausfrau und eines sizilianischen Versicherungsagenten, der auch ein eigenes Restaurant unter dem Namen „Pacino’s Lounge“ in New York betrieb. Nach der Scheidung der Eltern zog der damals zweijährige Pacino mit der Mutter und vier Schwestern zu den Großeltern in die South Bronx. Mit 17 Jahren von der Schule verwiesen, schrieb sich der schon als Kind von der Schauspielerei begeisterte Novize an der Manhattan School of Performing Arts ein und bestritt seinen Lebensunterhalt als Platzanweiser im Theater. Neben seinem Studium im Actors Studio sowie an der Lee Strasberg Theatre and Film Institute- zwei der renommiertesten Schauspielschulen New Yorks- absolvierte Pacino seine ersten Auftritte am Theater und gewann 1968 gleich den Theaterpreis Obie für seine Hauptrolle in „The Indian Wants the Bronx“. Sein Leinwanddebüt gab er schließlich in einer kleinen Rolle in dem Liebesdrama „Ich, Natalie“ und spielte die erste Hauptrolle als Drogensüchtiger in Jerry Schatzbergs düsterer Milieustudie „Panik im Needle Park“ neben Kitty Winn. Bereits sein dritter Film, für den ihn eigentlich niemand besetzen wollte, sollte Pacino dann den großen Durchbruch bringen: „Der Pate“.

Die goldenen Jahre

In Francis Ford Coppolas Gangsterepos „Der Pate“, der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Mario Puzo, übernahm der damals unbekannte Al Pacino auf den umstrittenen Wunsch des Regisseurs hin die heißbegehrte Hauptrolle des Michael Corleone. Als der Sohn einer sizilianischen Mafia-Familie, der sich von seinem Clan zunächst zu distanzieren versucht, um sich dann doch für deren Erhalt dem organisierten Verbrechen zu verschreiben, brillierte Pacino mit einer kalkulierten, beunruhigenden Zurückhaltung, die nur selten einem unbändigen Zorn freien Lauf ließ. Für seine legendäre Vorstellung erhielt er 1973 die erste von insgesamt acht Oscar-Nominierungen, von denen vier zwischen 1973 und 1976 direkt aufeinander folgten. Für seine unvergesslichen Hauptrollen in Sidney Lumets Polizistenfilm „Serpico“ und dessen Heist-Film-Klassiker „Hundstage“, sowie seinen zweiten Auftritt als Michael Corleone in Coppolas meisterlicher Fortsetzung „Der Pate II“ gab es weitere Nominierungen. Für das weniger beachtete, eigenwillige Roadmovie „Asphalt-Blüten“ von Jerry Schatzberg neben einem grandiosen Gene Hackman wurde er 1973 auf den Filmfestspielen von Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet.


Die schwierigen Jahre

Der erste große Flop ereilte Al Pacino mit Sydney Pollacks introspektivem Rennfahrer-Drama „Bobby Deerfield“, das bei Publikum und Kritik komplett durchfiel. Nach dem herben Flop des Liebesmelodrams an der Seite von Marthe Keller konnte sich Pacino mit dem hitzigen Justizdrama „...und Gerechtigkeit für alle“ wieder retten. Für die Rolle eines idealistischen, systemkritischen Anwalts unter der Regie Norman Jewisons erhielt Pacino seine fünfte und für lange Zeit letzte Oscar-Nominierung. Sein zuvor noch so sicheres Gespür für kontroverse, aber kassentaugliche Stoffe ließ ihn in den folgenden Jahren im Stich. Während Arthur Hillers sentimentale Familienkomödie „Daddy! Daddy! Fünf Nervensägen und ein Vater“, in der Pacino einen alleinerziehenden Vater gibt, floppte, wurden William Friedkins schlüpfriges Serienkiller-Drama „Cruising“ und Brian De Palmas exzessives Gangsterfilm-Remake „Scarface“ nur mäßige Kassenerfolge, die anfangs von der Kritik verrissen wurden und erst in späteren Jahren zu Kultfilmen avancierten. Als kubanischer Gangsterboss Tony Montana in „Scarface“, einem seiner erklärten Lieblingsfilme, zementierte Pacino ein weiteres Mal seinen Kultstatus im Crime- und Gangsterfilmgenre.

Auszeit und Rückkehr

Den größten Flop seiner Karriere erlitt Al Pacino als fehlbesetzter Hauptdarsteller von Hugh Hudsons aufwendigem Historienfilm „Revolution“ über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Auf einen langen und schwierigen Katastrophendreh folgten für den missratenen Kostümfilm herbe Kritikerschelte und leere Kassen. Pacino leckte seine Wunden, indem er für die nächsten vier Jahre dem Film den Rücken kehrte und sich seiner eigentlichen Leidenschaft, dem Theater und den Stücken William Shakespeares widmete. Ein erfolgreiches Comeback auf die Kinoleinwände feierte er dann mit dem erotischen Krimi „Sea Of Love“ als alkoholkranker Polizist, der sich trotz der Warnungen seines Partners (John Goodman) in eine Tatverdächtige (Ellen Barkin) verliebt. Der notorische Kettenraucher hatte zu diesem Zeitpunkt seinen vormals jugendlichen Elan und das unschuldige Gesicht eingebüßt und präsentierte sich mit tiefen Augenringen und einer raueren Stimme. An seine frühen Erfolge konnte er schließlich wieder mit Coppolas „Der Pate III“ anschließen- dem letzten Teil der Trilogie, in der er einen sichtlich gealterten, schwächelnden Michael Corleone gibt, der melancholisch dem Ende seines Lebens entgegensieht.

Späte Würdigung und Mentorrollen

Nach einer Oscar-Nominierung für seine schräge Vorstellung als Gangster Big Boy Caprice in Warren Beattys knallbunter Comic-Verfilmung „Dick Tracy“ und einem gelungenen Abstecher in das Genre des romantischen Komödie mit Garry Marshalls „Frankie und Johnny“, in der er Michelle Pfeiffer bezaubern durfte, erhielt Al Pacino 1993 gleich zwei Oscar-Nominierungen auf einmal. Während er für seinen dynamischen Auftritt in dem dialoglastigen Ensemble-Film „Glengarry Glen Ross“ nach David Mamets brillantem Theaterstück leer ausging, gewann er den lange überfälligen Oscar für die Hauptrolle in Martin Brests sentimentalem Generationendrama „Der Duft der Frauen“. Als blinder, verbitterter und aufbrausender Ex-Colonel, der vor seinem Freitod auf eine Vergnügungstour mit seinem jugendlichen Aufpasser (Chris O'Donnell) geht, zeigte Pacino wenig von seinem früheren subtilen Schauspiel. Doch der Erfolg, der ihm aufgrund seines Overacting trotz gelegentlicher Kritikerschelte beschieden war, gab ihm Recht und der charismatische Schauspieler fuhr fort, im Kino weitere Mentorrollen neben jüngeren Hollywood-Schauspielern zu spielen, die er nach seinem Belieben manipulieren und an die Wand spielen durfte.

Das Kino langweilt, das Fernsehen lockt

Während er in den 1990er und 2000er Jahren jüngeren Mimen wie John Cusack („City Hall“), Keanu Reeves („Im Auftrag des Teufels“), Jamie Foxx („An jedem verdammten Sonntag“), Russell Crowe („Insider“) und Colin Farrell („Der Einsatz“) als Antagonist oder Mentor gegenüberstand, baute er mit soliden Vorstellungen seine Popularität im Polizistenfilm (Michael Manns „Heat“ mit Robert De Niro, Christopher Nolans „Insomnia - Schlaflos“ mit Robin Williams) und Gangstergenre (Brian De Palmas „Carlito's Way“ mit Sean Penn, Mike Newells „Donnie Brasco“ mit Johnny Depp) beständig aus. Seine Shakespeare-Faszination verarbeitete er 1996 in dem dokumentarischen Künstler-Selbstporträt „Al Pacino's Looking for Richard“, das er schrieb, produzierte und inszenierte, und spielte in Michael Radfords Theaterverfilmung „Der Kaufmann von Venedig“ den Shylock neben Jeremy Irons und Joseph Fiennes. Aufgrund schwacher Filmangebote („Liebe mit Risiko“, „Kurzer Prozess - Righteous Kill“) wandte sich Pacino auch dem Fernsehen zu und gewann den Golden Globe und den Emmy für sein Spiel als homophober AIDS-Patient in Mike Nichols TV-Mehrteiler „Engel in Amerika“ und als Sterbehilfe-Arzt Dr. Jack Kevorkian in Barry Levinsons TV-Film „You don't know Jack“.

Al Pacino, der zusammen mit Ellen Burstyn und Harvey Keitel auch als Co-Präsident des Actors Studio aktiv ist, hat nie geheiratet und hatte zahlreiche Beziehungen, darunter auch zu den KolleginnenJill Clayburgh („Brautalarm“), Diane Keaton („Morning Glory“) und Beverly D'Angelo („The House Bunny“), mit der er drei Kinder hat. Er hat eine weitere Tochter mit der Schauspiellehrerin Jan Tarrant und lebt in Beverly Hills und New York.

Die ersten Filme und Serien

Ich, Natalie
Ich, Natalie
1969
Panik im Needle Park
Panik im Needle Park
1971
Der Pate
Der Pate
1972
Asphalt-Blüten
Asphalt-Blüten
1973

Die besten Filme und Serien

Der Pate
Der Pate
1972
Der Pate II
Der Pate II
1974
Heat
Heat
1995
Scarface
Scarface
1983

Die Karriere in Zahlen

49
Karrierejahre
0
Preis
58
Filme
2
Serien
0
Nominierung
0
Kinostart

Bevorzugte Genres

Drama : 38 %
Thriller : 26 %
Krimi : 25 %
Komödie : 11 %

Seine FILMSTARTS-Statistiken

1
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287
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86
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397
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Hat häufig zusammengearbeitet mit ...

Robert De Niro
Robert De Niro
4 Filme und 1 Serie
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James Caan
James Caan
4 Filme und 1 Serie
Dick Tracy (1990), Der Pate III (1990), Der Pate: Die Saga (1977), Der Pate II (1974), Der Pate (1972)
John Cazale
John Cazale
4 Filme
Der Pate III (1990), Hundstage (1975), Der Pate II (1974), Der Pate (1972)
Der Pate III (1990), Der Pate II (1974), Der Pate (1972), Panik im Needle Park (1971)
Francis Ford Coppola
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3 Filme und 1 Serie
Der Pate III (1990), Der Pate: Die Saga (1977), Der Pate II (1974), Der Pate (1972)
Talia Shire
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3 Filme und 1 Serie
Der Pate III (1990), Der Pate: Die Saga (1977), Der Pate II (1974), Der Pate (1972)
Diane Keaton
Diane Keaton
3 Filme und 1 Serie
Der Pate III (1990), Der Pate: Die Saga (1977), Der Pate II (1974), Der Pate (1972)
...und Gerechtigkeit für alle (1979), Hundstage (1975), Der Pate II (1974)
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Robert Duvall
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Der Pate: Die Saga (1977), Der Pate II (1974), Der Pate (1972)
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Kommentare
  • The_Crowe

    Und hat es dir was gebracht??

  • Trip-

    Für so einen Klischee-Satz wärst du bei der Ernst-Busch aber auch gleich wieder rausgeflogen.

  • The_Crowe

    Der Satz galt aber nicht mir Trip ODER?

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