Wenn es um die perfekte Filmwahl für einen Halloween-Abend geht, kommen viele Werke in Frage. Für den Autor dieses Artikels wären das beispielsweise ebenso kurzweilig-spaßige wie schaurig-blutige Horror-Sausen wie „Trick 'R Treat“, „Die Killerhand“, „Chucky und seine Braut“, „Braindead“ oder auch „Scream“. Am Ende geht aber doch nichts über „Halloween“... oder?
Seit John Carpenters „Halloween - Die Nacht des Grauens“ wurde die Michael-Myers-Saga auf so ziemlich jede erdenkliche Weise fortgeführt, beerdigt und wieder zurückgeholt. Naturgemäß sind manche Kapitel ziemlich abstrus, andere gar miserabel. In Summe machen die Abenteuer des Haddonfield-Metzlers – und auch „Halloween III“, in dem dieser bekanntlich nicht vorkommt – aber dennoch immer wieder aufs Neue Spaß. Und das heute vielleicht sogar noch mehr als vor einigen Jahren noch.
Denn lange Zeit war es gar nicht so einfach, die Filme in der ungeschnittenen Version in die Finger zu kriegen. Das hat sich inzwischen geändert: Und ist mit der „Halloween 1-5“-Collection am 16. Oktober tatsächlich ein komplett ungekürztes Set erschienen. Mit FSK-16-Freigabe!
Bedenkt man mal, dass „Halloween II - Das Grauen kehrt zurück“, „Halloween IV - Michael Myers kehrt zurück“ und „Halloween V - Die Rache des Michael Myers“ ebenso wie der erwähnte dritte Teil in ihrer jeweiligen Uncut-Fassung auf dem Index landeten und zum Teil sogar beschlagnahmt wurden, kommt die jüngste Neuauflage der Filme einer regelrechten Wahnvorstellung gleich, die fast zu schön um wahr zu sein ist. Und doch könnt ihr hier tatsächlich unbesorgt zugreifen! Jedenfalls fast.
Denn ja, die als DVD* sowie auch als Blu-ray* erhältliche Kollektion enthält die fünf Slasher-Klassiker wirklich in voller Länge. Die Kehrseite der Medaille ist wiederum, dass es sich eben nur um die ersten fünf Filme der Reihe handelt. „Halloween VI - Der Fluch des Michael Myers“ (mit Marvel-Star Paul Rudd!), der absolut sehenswerte „Halloween: H20“ sowie „Halloween: Resurrection“, den wir an dieser Stelle lieber unkommentiert lassen, sind nicht Teil der Box. Kein Beinbruch, aber dennoch schade.
Weniger überraschend ist indes, dass darüber hinaus auch Rob Zombies Remake und dessen Fortsetzung sowie die Trilogie bestehend aus „Halloween“, „Halloween Kills“ und „Halloween Ends“ nicht mit an Bord sind. Jene beiden Erzählungen sollten aber ohnehin besser für sich betrachtet werden, sind sie mit der Hauptreihe doch nur oberflächlich verbandelt (bzw. wenn, dann nur mit Teil 1).
"Halloween": Der Kultstatus kommt nicht von ungefähr!
Solltet ihr von der Reihe zwar immer mal wieder gehört, euch aber nie näher damit auseinandergesetzt haben, würde es sich jetzt also durchaus anbieten, Verpasstes nachzuholen – zumindest das weltberühmte Original, das ihr ebenso wie die Teile 4 und 5 aktuell auch mit eurem Abo bei Amazon Prime Video streamen könnt:
John Carpenter stellte damit 1978 zwar keineswegs den ersten Slasher aller Zeiten auf die Beine, machte das Schlitzer-Genre ein paar Jahre nach „Black Christmas“ aber endgültig salonfähig – und massentauglich. Er schuf gewissermaßen den Archetypen für all die legendären Teenie-Meuchler, die nach ihm kamen. Er legte den Grundstein für eine der ikonischsten Filmreihen des Horrorkinos – und etablierte das Slasher-Regelwerk, das bis heute Bestand hat.
Obwohl Carpenter sich anschließend „The Fog - Nebel des Grauens“ widmete, ließ er sich letztlich überreden, wenigstens das Drehbuch zu „Halloween II“ zu schreiben. Die Regie übernahm letztlich aber Rick Rosenthal, der als Antwort auf die wesentlich brutalere Konkurrenz um „Freitag der 13.“ und Co. neue Prioritäten setzte, den Suspense zurückfuhr und den Härtegrad mit fiesen, brutalen Kills nach oben schraubte. Das Ergebnis: Ein Sequel, das in derselben Nacht und damit direkt an den Vorgänger anschließt, auch Gorehounds bedient – und uns nicht zuletzt mit dem aus den Augen blutenden Michael Myers ein Bild für die Ewigkeit bescherte.
Teil 3 kommt gänzlich ohne Michael Myers aus und war seiner Zeit damit einerseits voraus, während er zugleich zu spät kam – und wäre wohl auf weit mehr Anklang gestoßen, hätte es den zweiten Film davor nie gegeben. Dieser etablierte den Killer in der bemalten William-Shatner-Maske schließlich endgültig. Danach noch eine Kehrtwende zu wagen und eine Anthologie aus voneinander unabhängigen Halloween-Filmen loszutreten, war im Nachhinein ein Fehler, den auch die Macher bereuten. Mit „Halloween IV“ und „Halloween V“ kehrten sie deshalb zu ihrer Erfolgsformel zurück – und konnten damit zwar auch nicht ganz an die ersten beiden Filme anschließen, gaben den Fans am Ende aber dennoch genau das, was sie von ihnen verlangten: Michael Myers auf der Jagd.
Noch mehr schaurige Unterhaltung für Halloween haben wir im nachfolgenden Artikel für euch:
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