Zwei Jahre, nachdem Steven Spielbergs „E.T. – Der Außerirdische“ zum weltweiten Superhit aufstieg, bekam das Kinopublikum erneut melancholisch-zauberhaften Besuch aus dem All: „Starman“ gestattete „Halloween“-Regisseur John Carpenter eine kleine Pause vom Action-, Thriller- und Horrorkino – stattdessen setzt der Sci-Fi-Film auf Rührung und klopfende Herzen.
Beim verantwortlichen Studio Columbia Pictures war man vor Kinostart voller Sorge, dass das Jeff-Bridges-Vehikel zu große Ähnlichkeiten mit dem Spielberg-Blockbuster aufweist. Mittlerweile sollten diese Befürchtungen vom Winde verweht sein: Einst an den Kinokassen unter den Erwartungen gelaufen, hat er sich längst als Kultklassiker etabliert, der zwar ab und an „E.T.“-Stimmung versprüht, aber sehr wohl in eine eigene Kerbe schlägt. Seit dieser Woche ist „Starman“ als limitiertes 4K-Steelbook erhältlich!
Dabei handelt es sich um das ultrahochauflösende Solo-Debüt des Carpenter-Films. Zuvor war „Starman“ im deutschen Heimkino ausschließlich via Columbia Classics Volume 4* in 4K verfügbar. Das 14 Discs umfassende Sammelset enthält außerdem die rasante Komödie „Sein Mädchen für besondere Fälle“, den Rassismus behandelnden Meilenstein „Rat mal, wer zum Essen kommt“, den Scheidungsklassiker „Kramer gegen Kramer“ sowie die Romantikkomödien „Schlaflos in Seattle“ und „Punch-Drunk Love“.
Wer jedoch auf diese umfangreiche Box, von der nur noch wenige Exemplare im Handel verfügbar sind, verzichten mag, hat ab sofort eine Alternative, um an „Starman“ in 4K zu gelangen. Das Steelbook enthält den Film auch auf Blu-ray sowie diverses Bonusmaterial.
Darum geht es in "Starman"
Die „Voyager 2“ entsendet die Botschaft, dass die Menschheit bereit sei, fremde Lebensformen auf der Erde zu begrüßen. Doch als ein körperloses Alien mit seinem Raumschiff in die Erdatmosphäre eintritt, wird der Außerirdische eiskalt mit Bomben und Raketen empfangen! Starman macht daher eine Notlandung im Norden der USA. Oder eher eine Bruchlandung:
Er crasht mitten ins Wohnzimmer der jungen Witwe Jenny Hayden (Karen Allen). Danach nimmt er die Gestalt ihres kürzlich verstorbenen Mannes (Jeff Bridges) an und tritt mit der verdatterten Jenny einen Roadtrip gen Arizona an. Dort wollen ihn seine Artgenossen wieder abholen – in drei Tagen! Was ein herzlich-skurriler Trip werden könnte, wird jedoch aufgrund misstrauischer Geheimbehörden zur lebensgefährlichen Mission.
"E.T." trifft "Es geschah in einer Nacht"
Die Entwicklungsphase hinter „Starman“ begann bereits 1979 – kurz bevor Columbia Pictures sich die Rechte an Steven Spielbergs Sci-Fi-Horror „Night Skies“ sicherte. Dieses Projekt platzte letztlich, einzelne Ideen für den Film nahmen stattdessen in drei Filmen Gestalt an, nämlich in den Spielberg-Produktionen „Poltergeist“ und „Gremlins“ sowie in der Spielberg-Regiearbeit „E.T.“.
Parallel dazu durchlief „Starman“ eine turbulente Entstehungszeit: Letztendlich wurden über ein halbes Dutzend intensive Skript-Überarbeitungen angeordnet, nicht zuletzt, weil man im Studio erst zu große Ähnlichkeiten mit „Superman“ und dann zu deutliche Parallelen zu „E.T.“ befürchtete. Auch der Regieposten wurde mehrmals umbesetzt, unter anderem waren „Flashdance“-Regisseur Adrian Lyne und „Top Gun“-Macher Tony Scott zeitweilig im Boot, genauso wie John Badham, der einen weiteren 1980er-Sci-Fi-Kultfilm verantwortete:
In diesem Sci-Fi-Kultklassiker wird Krieg zum Spiel: Jetzt bekommt der 1980er-Hit ein Heimkino-UpgradeErst, als Carpenter dazustieß, nahm „Starman“ richtig Fahrt auf. Er bat darum, die Thriller-Aspekte und die nach Effektspektakel schreienden Szenen zu reduzieren und stattdessen den dialoglastigen Roadtrip stärker in den Fokus zu rücken. Nach dieser finalen Skriptüberarbeitung konnten endlich die Dreharbeiten beginnen.
Gern wird „Starman“ daher als Sci-Fi-Abwandlung der meisterhaften, oft kopierten Screwball-Roadtrip-Komödie „Es geschah in einer Nacht“ beschrieben. Carpenters Film hat darüber hinaus eine bittersüße, sentimentale Komponente, die sicherlich dazu beigetragen hat, dass dies zum einzigen abendfüllenden Film im Schaffen des Kultregisseurs wurde, dem eine Academy-Nominierung vergönnt war: Bridges konnte sich für „Starman“ eine Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller sichern!
Und wenn ihr noch mehr Sci-Fi-Futter für euer Heimkino sucht: Habt ihr diesen Tipp schon befolgt und in eurem Regal stehen – oder müsst ihr etwa noch zuschlagen?
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